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Archiv der Zukunft - Netzwerk - Der Deutsche Schulpreis ganz oben und der Bildungsgipfel ganz unten
Der Deutsche Schulpreis ganz oben und der Bildungsgipfel ganz unten

von Reinhard Kahl  17. Juni 2010

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Bei der diesjährigen Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin erzählte Christoph Bosch der versammelten Bildungsprominenz, Angela Merkel inklusive, dass sich sein Großvater, der Firmengründer und Stifter Robert Bosch, in der Schule vor allem gelangweilt habe, so wie er selbst übrigens auch. „Da werden immer noch Bleigewichte an die Füße gehängt.“ Deshalb, so der Bosch Erbe: „Freiheit für die Schulen!“

Angela Merkel erinnerte sich an ihre Schulzeit als anstrengend, „außer in Russisch und Mathematik.“ Ganz anders die Kinder der sieben ausgezeichneten Schulen, die in Interviews ohne Pathos von ihrer Lernfreude sprachen. Ihre Klarheit und Klugheit gaben der Feier Glanz. Nichts beglaubigte die Entscheidung der Jury mehr als diese schönen und intelligenten Stimmen. Als dann die Veranstaltung dem Ende zu ging und die sieben Schulen auch als lernende Organisationen gefeiert worden waren, überraschte Moderatorin Sandra Maischberger die Kanzlerin mit der Frage, was sie denn heute gelernt hätte.  Die war ganz verdutzt und stotterte. „Ich – heute – gelernt?“


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So langweilig und anstrengend noch zu viele Schulen sind, so langweilig und ideenlos ist die übliche Politik, besonders die Bildungspolitik. Man erwartet von der Politik  allerdings auch kein Unterhaltungsprogramm, sondern Ideen und Taten.

Was Ideen und Taten als Metier des Politischen betrifft, so drängt sich mehr und mehr eine Unterscheidung zwischen der Politiker-Politik und einer anderen Art von Politik auf, die ich am liebsten so schreiben würde: „Polytik“. Eine Praxis der Vielen, die Vielfalt schafft.  Der Schulpreis und die seit vier Jahren mit ihm ausgezeichneten 24 Schulen sind dafür ein Beispiel.

Der Unterschied zwischen der Politiker-Politik, und einer zivilgesellschaftlichen „Polytik“ wurde selten so deutlich wie an den beiden Tagen im Frühsommer, als am  Mittwoch den 9. Juni, der Deutsche Schulpreis verliehen wurde und am Tag darauf  die dritte Besteigung des Bildungsgipfels der Kanzlerin mit den 16 Ministerpräsidenten zum Absturz führte.

Bereits vor zwei Jahren hatte Angela Merkel nach Dresden zum Bildungsgipfel gerufen.  Auf dem Banner stand: Die Bundesrepublik auf dem Weg zur Bildungsrepublik. Zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts sollten bis zum Jahr 2013 in Bildung und Forschung gehen, gegenüber 8,5 Prozent bisher. Aber das Ziel blieb so allgemein wie das Wort „Bildungsrepublik“. Die Verabredung, wie viel der Bund und die Länder zusätzlich zahlen, wurde vertagt und wurde noch einmal vertagt und wurde am 10. Juni 2010 nun zum dritten Mal vertagt. Keiner glaubt, dass es noch einen vierten Gipfel geben wird. Das Zehn-Prozent-Ziel ist inzwischen zum bloßen Propaganda-Slogan geworden. Wofür das Geld gebraucht wird und wie viel für die verschiedenen Vorhaben jeweils nötig ist, wird gar nicht mehr diskutiert. So liegt beispielsweise der Ausbau von Kinderkrippen, der beim ersten Gipfel 2008 auf 35 Prozent an Plätzen für die Kinder eines Jahrgangs bis zum Jahr 2013 festgelegt wurde, erst bei 20 Prozent der Plätze. Völlig unklar ist woher für die noch fehlenden 320 000 Plätze das Personal kommen soll, denn der entsprechende Ausbau der Ausbildungskapazitäten unterbleibt. Unklar ist auch wie die Halbierung jener acht Prozent Jugendlicher, die die Schulen ohne jeden Abschluss verlassen, möglich werden soll.

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Gibt es einen Plan? Wenigstens eine Strategie? Nein. Das Was und das Wie sind so unklar, weil schon die Frage nach dem Wer nicht beantwortet werden kann. Denn diese Aufgaben müssten ja die Länder erfüllen - und die Kommunen. Letztere wurden bisher aber kaum an Entscheidungen beteiligt. Während die Bundesregierung die Parole „An der Bildung sparen wir nicht“ zu ihrem Markenzeichen machen möchte, wird in den Ländern und Kommunen bei der Bildung, der Kultur und dem Sozialem (Krippe fungiert zumeist noch unter Sozialem, nicht unter Bildung) gekürzt. Überwiegend nicht aus Ignoranz, sondern aus Not.

Der gleiche Bund, der seine selbstgefällige „An der Bildung sparen wir nicht“ - Parole ausgibt, bringt die Länder und Gemeinden in Finanznot. Wieder mal erweist sich der Bildungsföderalismus als organisierte Verantwortungslosigkeit. Die Zuständigkeit der Länder für Bildung, ein System, das angeblich Vielfalt ermöglichen soll, führt tatsächlich, zu Handlungsstarre und  Verwahrlosung, ja zu Einfalt. Der Ort für Vielfalt wären doch die Kommunen, also die Städte und Gemeinden, und was die Schulen betrifft, vor allem diese selbst. Die Kommunen und die Schulen wären also zu stärken. Bund und Länder müssten zurück treten.

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Gehen wir vom Tag des Abstiegs vom Bildungsgipfel einen Tag zurück. Da wurde der Deutsche Schulpreis verliehen. An diesem Tag wurde etwas gefeiert und bekam etwas Gestalt, was in vielen Schulen tagtäglich und oft nur verborgen geschieht: Der allmähliche Umbau unserer Schulen von belehrenden Anstalten zu Orten, an den Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrer zum Lernen herausgefordert und an denen ihnen viele Anregungen geboten werden.

Ein Preisträger ist die Waldhofschule in Templin, der Heimatstadt von Angela Merkel übrigens. Die Waldhofschule war noch vor ein paar Jahren eine Sonderschule für geistig Behinderte. Dann hat sie sich auch für nicht behinderte Kinder geöffnet. Die Schule ist beliebt und erfolgreich. Geht das denn? Ja, und wie! Die Schule zeigt wie nun auch Kinder, die bisher aus der Sonderschule nicht mehr heraus kamen, Leistungen erreichen, für die sie einen Hauptschulabschluss erhalten.

rseuroerl29_klOder das Firstwald Gymnasium in Baden-Württemberg. Sie ist wie die Templiner Schule in evangelischer Trägerschaft. Das Gymnasium erweiterte sich um eine Grundschule, deren Pädagogik die höhere Schule nun inspiriert und voran bringt.

Eine staatliche Realschule in Bayern, die Schule am Europakanal in Erlangen bringt körperliche Bewegung in den Alltag. Zusammen mit Neurobiologen und Psychologen des ZNL in Ulm untersucht sie, wie Bewegung den Leistungen und der Freude am Lernen bekommt.

Jede dieser Schulen hat ihre Geschichte, genauer: sie ist eine Geschichte. Und Geschichten muss man erzählen. Ausführlich.  – Das soll auf dieser Internetseite des Netzwerks Archiv  der Zukunft forciert werden, dazu rufen wir auch die Mitglieder und Freunde des Netzwerks auf und beginnen heute gleich mit der Geschichte der Schule, die den Hauptpreis erhielt, der Sophie-Scholl-Schule in Oberjoch, „Ein Gasthaus des Lernens. “ Aber erst mal weiter mit den sechs anderen Preisträgern.  

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Oberstufenkolleg in Bielfeld. Es führt schon seit den siebziger Jahren Jugendliche auf ihrem zweiten oder zuweilen dritten Bildungsweg zum Abitur und zur Hochschule. Eine Schule die jungen Erwachsen nicht nur Zertifikate verschafft, sondern sie auf Umwegen ihr „Ding“ entdecken lässt. Das ist Bildung.

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Die Grundschule Süd in Landau beginnt von Anfang an so, dass Kinder ihre Neugierde behalten oder sie wieder gewinnen. Studien zeigen ja, dass Kinder bereits in der zweiten Klasse der Grundschule mit einem scharfen Einschnitt von Neugierde und Lernfreude reagieren. Wie gelingt es der Landauer Schule auch bei Kindern aus sozialen Brennpunkten ihre verschüttete Lust am Neuen wieder frei zu legen? Indem die Kinder an möglichst vielen Entscheidungen beteiligt werden.

Ähnliches und noch mehr leistet die Schule am Park in Behrenhoff in der Nähe von Greifswald. Dort werden Kinder, die von anderen Schulen häufig schon aufgegeben worden waren, zu Abschlüssen gebracht. Das ist häufig wie ein Wunder. Und weil manch einer argwöhnte, bei diesen Erfolge könne wohl nicht mit rechten Dingen zugehen, lässt die Schule die Abschlüsse seit ein paar Jahren extern abnehmen. Kein Schüler ist in den vergangenen Jahren durchgefallen.

Und dann der Hauptpreisträger: Die Sophie-Scholl-Schule in Oberjoch in den Kalkalpen. „Sie hat bei unserem Peter ein Wunder vollbracht,“ sagte Dagmar Loesing, Peters Mutter, in Berlin, nachdem diese Schule aus der Hand von Angela Merkel, den mit 100 000 Euro dotierten Hauptpreis erhalten hatte.

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Was macht all diese Schulen so erfolgreich? Sie sind jeweils Antworten auf die Kinder und Jugendlichen, die sie besuchen. Sie geben nicht nur Antworten, sie sind diese Antworten. Sie verkörpern diese im Alltag, in den tausend kleinen Dingen, auf die es ankommt. Die Lehrer verbieten sich das Jammern und erlauben sich aus den Problemen, unter denen sie leiden, eigene Lösungen zu gewinnen. Dabei gelingen ihnen oftmals pädagogische Erfindungen, die auch die beste Schulaufsicht nicht vorschreiben oder vorschlagen könnte. Es sind tatsächlich lernende Schulen und sie entfalten wie eine ansteckende Gesundheit einen Geist, in dem Kinder lernen wollen. Angela Dombrowski, Leiterin der Sophie-Scholl-Schule in Oberjoch, nennt diesen Geist, „das Wollen leben.“ Selbst etwas zu wollen, das ist nicht banal. Dafür eine Atmosphäre zu schaffen, das ist die Kernidee der guten Schulen.

Zum vierten Mal wurde 2010 der Deutsche Schulpreis vergeben. Gestiftet haben ihn die potente Robert Bosch Stiftung  und deren kleine Schwester, die Heidehof Stiftung, die von Robert Boschs Kindern ins Leben gerufen wurde. In der Jury   sitzen Erziehungswissenschaftler, darunter der Deutsche Pisa Chef, reformerische Pädagogen, aber auch der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz. 

Dieser Preis verändert seit 2006 die Bildungslandschaft. Die guten Schulen werden endlich aufs Podest gestellt. Die beiden Stiftungen sind zu loben, weil sie in einem immer noch durch Angst und Beschämung geprägten System, Anerkennung verbreiten. Anerkennung stärkt den pädagogischen Eigensinn. Es gibt noch viele Selbstzweifel bei den Pädagogen. Manch einer glaubt im tiefsten Innerem nicht, was er eigentlich weiß: dass Lernen ein zutiefst individueller Prozess ist, dem zu viel Belehrung schadet. Dann bevorzugen auch diese Lehrerinnen und Lehrer das schulübliche Lernen für die nächste Klassenarbeit oder für den Test als den sichereren Weg zu „Leistungen“, an denen sich auch die Lehrpersonen messen.  Der Schulpreis ermuntert die Schulen, „sich auf den Weg zu machen“, sich als Institutionen eine Biographie zu leisten. Schulen, die damit begonnen haben, verstehen sich nicht mehr als ausführende Anstalten. Sie begnügen sich nicht mehr damit, Lehrpläne zu erfüllen und Erlasse ausführen. Die 24 in den vier Jahren prämierten Schulen haben allesamt eine einladende und deshalb auch zu Leistungen herausfordernde Atmosphäre geschaffen.

rseuroerl58_klDie Schulen verabschieden sich vom pädagogischen Gleichschritt. Sie hören auf Kinder zu standardisieren und schaffen nun Spielräume und Herausforderungen für deren eigene Biographie. Dieser tief greifende Paradigmenwechsel, der eine Chance für die ganze Kultur der im Übergang befindlichen Industriegesellschaft ist, zeigt sich in einer Renaissance der Biographien –  der von Individuen und der von Institution. Die eigene  Geschichte ist die allgemeinste Formel für diesen Übergang: Kein Exemplar sein, ein Individuum werden, eines das es nicht noch einmal gibt. Jedes geht eigene Wege. Jedes  hat seine eigene Geschichte und produziert weiter an der eigenen Geschichte. Weil jedes Individuum anders ist, braucht es Gemeinschaft. So wird Lernen in einem tieferen Sinne ermöglicht, als es das immer noch überwiegende Kopieren von Wissen in Köpfe, bzw. das Hineinkopieren von Anordnungen in eine Institution vermag. Die Zumutung dieses Hineinkopierens und Gängelns lässt Kinder wie Schulen immer gleichgültiger werden.

Ungewöhnliche Wege sind für diese Schulen inzwischen ebenso normal, wie es für die Kinder dort normal wird, verschieden zu sein. Aber es ist immer ein Wagnis seine Verschiedenheit und seinen Eigensinn zu riskieren. Es kostet durchaus Mut, man selbst zu werden und man muss vor allem mit dieser Haltung selbst beginnen, gleichermaßen als Individuum wie als Institution. Bei Institutionen spricht man vom Empowerment. Das Wort Ermächtigung fällt im Deutschen schwer, weil wir dabei zuerst daran denken, dass Macht von unten nach oben delegiert wird. Aber Empowerment meint einen Weg des Machttransfers von oben nach unten. Die Schulpreis-Schulen haben diese Macht einfach für sich beansprucht, oftmals gegen die Bildungsverwaltung. Allerdings eher listig als konfrontativ. Viele haben in Nischen mit ihrem eigenen Lernen und der Selbstveränderung begonnen.

rseuroerl10_klIn einer Nische konnte auch die mit dem Hauptpreis bedachte Sophie-Scholl-Schule gedeihen. Die Schule im Allgäuer Oberjoch ist an eine Rehabilitationsklinik für Kinder und Jugendliche mit Asthma, Allergien, Neurodermitis und Adipositas angeschlossen. Die meisten der Kinder und Jugendlichen besuchen die Schule in der Regel nur vier bis acht Wochen während ihres Aufenthaltes an der Klinik. Einige Schüler aber bleiben als Langzeitschüler auch mehrere Jahre und machen hier ihren Schulabschluss.

Als die Schulleiterin vor zehn Jahren dort anfing, fand sie eine Art Nachhilfeinstitut vor. Inzwischen wurde daraus ein Gasthaus des Lernens. Diese Schule in den Bergen liegt geografisch am Rand und bildungspolitisch fast schon jenseits des eingehegten Systems. Aber Erneuerungen entstehen am Rand. Nun zeigt diese Schule dem Land, was die viel diskutierte „Individualisierung des Lernens“ tatsächlich bedeutet und wie sie geht. In altersgemischten Klassen sitzen Abiturienten neben Hauptschülern, Verlangsamte lernen neben Überfliegern. Alle werden als Individuen behandelt, manchmal erstmals in ihrem Schülerleben. Und sie alle steigern sich, kommen in ihre Heimatschulen gestärkt und häufig mit einem Wissensvorsprung zurück.

Wenn man den Schulpreis und den Bildungsgipfel jetzt noch einmal aus einer leicht veränderten Perspektive zusammen sieht, und dabei vom derzeitigen Zustand der Berliner Politik absieht, dann steckt in diesem Doppel ein Modell. Der Staat setzt den Rahmen und sorgt für die nötigen Ressourcen. Er lässt die Schulen frei. Er begnügt sich mit Aufsicht und Beratung. Er feiert die guten Schulen. Das alte vertikale, hierarchisch gestrickte Netz aus Aufsicht, Behörden und einem wissenden Ministerium ist verschlissen. Es wird auch nie mehr als feinmaschiges Netz hergestellt werden. Es darf künftig grob sein oder wie manche Konservative sagen: subsidiär. Hingegen webt  die Intelligenz der Praxis ihre Netze horizontal.

Schulen inspirieren sich gegenseitig, fordern sich heraus und lernen so voneinander. Es sind Lerngemeinschaften der Verschiedenen. Verschiedenheit und Zusammenarbeit bedingen und steigern sich gegenseitig, so wie Yin und Yang. Abschied vom erschöpfenden Entweder-oder. Aus dieser „Polytik“ der Netzwerke entsteht Zukunft. Sie schafft Lebendigkeit. Die Politiker-Politik begnügt sich damit Ressourcen zu sichern und Ordnung zu garantieren. Diese Politik könnte sogar ein Vorbild für Verantwortung werden. Auch dieses Wort wurde verschlissen und muss erneuert werden. Verantwortung kommt ja von antworten. Antworten wurden allerdings von Bossen und Hierarchen lange Zeit mit dem Hinweis darauf verweigert, dass sie doch die Verantwortung tragen, da müssten sie den Untergebenen doch nicht antworten. Nein, Verantwortung bedeutet seine Selbständigkeit zu wagen und Diskurse zu führen. Dafür ist der Schulpreis zumal in diesen Tagen politischer Verwirrung und Ratlosigkeit eine soziale Skulptur, an der Joseph Beuys, der Erfinder dieses Begriffs, seine Freude gehabt hätte.

(Quelle: Robert Bosch Stiftung / Fotos: Theodor Barth)