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BildungsPositionen: Wie Schule schön wird Drucken
Monday, 19. April 2010, 19:00 - 21:00
Schulen können Orte der persönlichen Entwicklung, der Lernfreude, Anerkennung und Leistungsbereitschaft sein: Dies beweist seit vielen Jahren Ulrike Kegler, Leiterin der erfolgreichen und mit dem »Deutschen Schulpreis« ausgezeichneten Staatlichen Montessori-Oberschule in Potsdam. Sie ist überzeugt, dass Schule schön sein kann und diskutiert im Gespräch mit Reinhard Kahl neue, unkonventionelle Wege in der Schullandschaft.

Ihr Anliegen: Lehrer sollten weniger belehren. Sie sollten mehr Erfahrungs- und Bewegungsräume schaffen. Mindestens so wichtig wie das zu vermittelnde Wissen sollte die einladende Atmosphäre nach skandinavischem Vorbild sein, die Schüler zu eigenständigem Denken und Lernen anregt, die dazu herausfordert, die eigenen Interessen und Stärken zu erkunden, sich für Lerninhalte zu begeistern und Verantwortung für sich und Andere zu übernehmen.

Entweder mehr Freude oder bessere Leistungen – diesem Einwand begegnet Ulrike Kegler bei Ihrer Arbeit als Schulleiterin noch immer häufig. Muss eine Schule, die Schülern und Lehrern weniger gegen den Strich geht, nicht vielleicht doch Einbußen bei den Leistungen hinnehmen? Ist denn die Schule wirklich dazu da, Spaß zu machen und sich wohl zu fühlen?

Ihre Antwort: Die Schule kann schön – und erfolgreich – sein, wenn wir Erwachsenen es nur wollen und klug anstellen. Sie muss zum Lebensraum werden. Es kommt auf die Gestaltung des Raumes und auf die Rhythmisierung der Zeit an. Das Wie kommt eben vor dem Was. Formen bringen Inhalte hervor. Aus einer veränderten Ästhetik ergibt sich eine andere Ethik mit anderen alltäglichen Umgangsformen und mit einer anderen Arbeitshaltung – die am Ende auch zu verbesserter Leistung führt. 2007 wurde ihr Schulexperiment mit dem »Deutschen Schulpreis« ausgezeichnet.

Nach der Auszeichnung ihrer Schule nahm Ulrike Kegler ein Sabbatjahr und schrieb ein Buch: »In Zukunft lernen wir anders« (Beltz Verlag, 2009). Inzwischen wieder in der Schule hat sie eines der aufregendsten pädagogischen Projekte begonnen. Schüler in den Pubertätsjahren verlassen einen Tag die Woche ihre Schule, kultivieren ein Grundstück mit einem ehemaligen Stasi-Ferienheim am Schlänitzsee bei Potsdam und machen – ganz nebenbei – die »nützliche Erfahrung, nützlich zu sein« (Hartmut von Hentig).

Es diskutieren: Ulrike Kegler und Reinhard Kahl

Mehr Infos und Anmeldung: http://www.koerber-stiftung.de/nc/koerberforum/programm/details/termin/bildungspositionen-wie-schule-schoen-wird.html
Ort: Hamburg, KörberForum, Kehrwieder 12

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