Archiv Forum Forum Akteure Akteure RSS
Vom Lehrer zum Lerncoach Drucken

Was ist das eigentlich: »Lerncoaching«?

andreas_mueller2 Andreas Müller, Gründer des Instituts Beatenberg als Schweizer Privatschule, stellt sein methodisches Lehr- und Lernprinzip vor. Eine Dokumentation zum Nachhören von einer Veranstaltung des KörberForums in Hamburg.

http://www.koerber-stiftung.de/aktuelles/audio/vom_lehrer_zum_lerncoach_2008-02-11/vom_lehrer_zum_lerncoach_2008-02-11.mp3" />
pdf die Folien zum Vortrag 56.98 Kb
(Foto: Carsten Thun)

»Kinder müssen Schule als erfolgreich erleben! Und Erfolg bedeutet: Viele kleine Siege über sich selbst erlangen beim konstruktiven Umgang mit Hindernissen.« – so lautete eine der Kernthesen des Bildungsexperten Andreas Müller auf dem Workshop »Vom Lehrer zum Lerncoach«, der am 11. Februar potentielle ‚Lerncoaches’ ins Hamburger KörberForum lockte. Müller, Leiter der renommierten Schweizer Reformschule Institut Beatenberg, betont in seinen Vorträgen und Publikationen immer wieder: Lernen erschöpft sich nicht im ‚Erledigen’ – Lernen heißt verstehen. Damit Kinder aber aus »etwas Fremden etwas Eigenes machen« können, muss die Schule der Ort individueller und selbstgesteuerter Lernprozesse werden.

Mit seinen Ideen stieß Müller bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops auf offene Ohren: Viele von ihnen kamen von einer der vier »Schulen im Fluss«, die sich 2007 gemeinsam mit der Körber-Stiftung und der Agentur für Schulbegleitung im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung auf den Weg zu einer neuen Lernkultur gemacht haben. Das Ziel: Lernende sollen zu Forschern und Lehrer zu beratenden Begleitern, zu Lerncoaches, werden. Aber viele ambitionierte Pädagogen stehen im Schulalltag vor der Frage: Was genau ist eine Lerncoach? Und: Wie wird man dazu? Ziel des Workshops war, den »Schulen im Fluss« und anderen interessierten Lehrerinnen und Lehrern mit Müller in dieser Frage einen kompetenten und praxisnahen Experten zur Seite zu stellen.

Die Antwort Müllers, der zugleich Mitbegründer des Instituts für LernCoaching und Lernkultur in Zürich ist: Der Lerncoach ist derjenige Lehrer, der seine Aufgabe nicht als eine »Reparaturtätigkeit« begreift, sondern sie darin sieht, die Schüler bei der Entwicklung und Formulierung individueller Zielsetzungen zu unterstützen.

Aber kann nicht nur derjenige eigenständige Ziele formulieren, der den Stoff bereits kennt? Können nur gute Schüler so selbständig arbeiten, wie es das Forschende Lernen verlangt? Und arbeiten Schülerinnen und Schüler im Unterricht eigentlich noch mit, wenn Noten durch alternative Formen der Evaluation ersetzt werden? Nachdem die über 80 Pädagogen und Pädagoginnen, die einen der begehrten Workshopplätze erhalten hatten, in engagierten Diskussionen ihre Ansichten und Erfahrungen zu diesen und ähnlichen Fragen ausgetauscht hatten, folgte in einer zweiten Workshopphase der Praxistest.

»Vielfalt ist nur dort ein Problem, wo Einfalt herrscht!« – unter diesem Motto lud der Schweizer Pädagoge die Teilnehmenden ein, einige der von ihm in einem Kartenset anschaulich aufbereiteten »22×33 handfeste Möglichkeiten, Freude am Verstehen zu kriegen« in Gruppen zu erproben. Nach einer gegenseitigen Präsentation der Ergebnisse ging Müller auf kritische Fragen ein.

»Ich hoffe, dass Sie einige der Tore, die Sie heute hier geschossen haben, mit in Ihren Unterricht nehmen können!« wünschte in der sportlichen Bildsprache Müllers Christiane Stork, die für die Körber-Stiftung das Kooperationsprojekt »Schulen im Fluss« betreut. Die vier geförderten Schulen werden ihre unterschiedlichen Projekte zum forschenden Lernen im Juni präsentieren.



Technische Umsetzung und Joomla-Support von 2st-online.de