Hannah Arendt lesen!
„Die Welt liegt zwischen den Menschen…“ oder „Jeder Mensch steht an einer Stelle in der Welt, an der noch niemand vor ihm stand.“ Hannah Arendt ist für eine Theorie der Vielfalt, der Verschiedenheit und des Zusammenlebens für Pädagogen erst noch zu entdecken. Mit Originaltönen aus Vorträgen und Interviews wird sie porträtiert. Die pädagogischen Ideen der 1975 verstorbenen Philosophin werden herausgearbeitet.
Der Vortrag auf dem Kongress wurde frei gehalten. Er orientierte sich an Toneinspielungen aus Interviews mit Hannah Arendt und aus Vorträgen von ihr. Am besten nachvollziehen lässt sich der Vortrag mit der Rundfunksendung "Liebe zur Welt - Zur Aktualität von Hannah Arendt." Mit der mp3-Datei kann man diese Sendung hören, kann man also auch die Stimme von Hannah Arendt hören.Außerdem gibt es hier die Sendung als Manuskript mit ausgeschriebenen O-Tönen.
Der Artikel "Liebe zur Welt" aus der Zeitschrift Pädagogik geht besonders den pädagogischen Implikationen in ihrem Denken nach. Zu diesem Artikel gehört ein Kasten mit Leseempfehlungen und einem biografischen Abriss.
Schließlich ist Hannah Arendts Vortrag "Krise der Erziehung" das dritte hier vorgestellte Dokument. Diese Rede wurde in dem Buch: Hannah Arendt "Zwischen Vergangenheit und Zukunft". Piper Verlag (Sammlung Piper) abgedruckt. Wir dokumentieren hier als Text einige Kernaussagen. Als mp3-Datei der weithin unbekannte Mitschnitt dieser Rede vom 13. Mai 1958.
Liebe zur Welt. Zur Aktualität von Hannah Arendt
Ein Radiofeature von Reinhard Kahl für NDR und WDR vom 10. Oktober 2006.
Manuskript 125.83 Kb | mp3-Datei 55 Min., 24,5 Mb
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Liebe zur Welt
Hannah Arendt wäre am 14. Oktober 100 Jahre alt geworden – ihre Inspiration für die Pädagogik ist erst noch zu entdecken ...
ein Artikel von Reinhard Kahl für die Zeitschrift PÄDAGOGIK 10/2006 4.10 Mb
Krise der Erziehung
Am 13. Mai 1958 hielt Hannah Arendt in der Bremer Böttchergasse den Vortrag "Krise der Erziehung".
Das war eine hellsichtige Rede. Nach fünf Jahrzehnten aus dem Archivkeller geholt hat sie an Aktualität gewonnen, ja etwas Prophetisches bekommen.
Hannah Arendt kritisierte Erwachsene, die Kindern Probleme aufladen, die sie selbst zu lösen sich scheuen.
Sie dachte noch nicht an ökologische Hypotheken. Damals war noch nicht jedes Neugeborene in Deutschland mit mehr als 20.000 Euro Staatschulden belastet. Hannah Arendt verlangte ganz einfach, dass Erwachsene für die Welt, wie sie ist, den Kindern gegenüber einstehen, auch dann, wenn sie mit ihr nicht einverstanden sind.
Zehn Jahre vor dem antiautoritären Schub nahm sie an der so genannten "progressive education" in den USA dessen Schattenseite aufs Korn. Sie kritisierte, was vielen von uns erst heute langsam dämmert: dass die Erwachsenen vielleicht gar nicht so sehr versucht haben, die Kinder zu befreien, als sich aus dem Staub zu machen und seitdem ihren Kindern, die sie doch so idealisieren, etwas nicht Ersetzbares vorenthalten: sich selbst.
Die Rede "Krise der Erziehung" findet man in dem Band Hannah Arendt "Zwischen Vergangenheit und Zukunft". Piper Verlag (Sammlung Piper).
Auszüge aus der Rede 9.12 Kb
die Rede als mp3-Dateien: Teil 1 38 Min., 17,3 Mb |
Teil 2 38 Min., 17,4 Mb
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