Programm: Theater träumt Schule 2012 Göttingen Drucken
Logo Theater träumt schule Göttingen

Vom 28. April bis 6. Mai theater träumt schule nun auch in Göttingen

Wir brauchen andere Bilder von der Schule und vom Lernen. Wir brauchen andere Ideen vom Gelingen - und auch vom Scheitern. Und wir brauchen Orte, an denen diese Bilder, Ideen und Geschichten gedacht, diskutiert und auch geträumt werden können. Welcher Ort wäre für dieses große Selbstgespräch namens Bildung besser geeignet als das Theater?

Das Netzwerk - Archiv der Zukunft hat bereits in mehreren Städten zusammen mit den städtischen Bühnen zu theater träumt schule eingeladen.

Programm

pdf Programm als PDF-Datei zum Ausdrucken

pdf Ankündigung im Göttinger Tageblatt vom 20. April 2012

Eröffnung am 28. April   19 Uhr / Deutsches Theater - Studio
Nicht Fässer füllen, Flammen entzünden
Reinhard Kahl, Yakamoz Karakurt und Isa Pini

Bereits vor 500 Jahren schrieb der Schriftsteller, Arzt und Priester Francois Rabelais, „Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Fackeln entzündet werden.“ Eigentlich weiß man, worauf es beim nachhaltigen Lernen ankommt. Aber die Verführung Fässer zu füllen ist groß. Lehrer, Schüler und Eltern wähnen sich auf einem sicheren Weg und glauben dann nichts falsch zu machen, auch wenn am Ende so wenig geblieben sein wird.

Wie sehen Schulen aus, die sich vom Gleichschritt der pädagogischen Kolonne verabschieden, in denen es ein Vorteil ist, verschieden zu sein, und in denen unterschiedliche Lernbiographien dadurch ermöglicht werden, dass den Kindern Zugehörigkeit versprochen wird?

yakamozDie fünfzehnjährige Gymnasiastin Yakamoz Karakurt aus Hamburg schrieb im vergangenen Sommer in der ZEIT einen Hilferuf: „Mein Kopf ist voll. Zu voll". Sie appellierte darin an "Schüler, Eltern, Lehrer: Wir alle dürfen es nicht normal finden, wenn Kinder länger am Schreibtisch sitzen als arbeitende Eltern! ...“

 

 

piniWie Yakamoz kommt auch Isa Pini aus Hamburg. Als er noch zur Schule ging, hatte er nichts als Fünfen und sollte keinen Hauptschulabschluss bekommen. In Musik galt seine Leistung sogar als „nicht beurteilbar“. Dann kamen Leute in die Schule, die Schüler wie Isa Pini fragten: Worauf bist Du stolz? Das war seine Klarinette. Und diese Leute ermöglichten ihm den Besuch des Konservatoriums. Jetzt steht Isa Pini vor dem Masterabschuss.

reinhardReinhard Kahl ist Autor, Filmemacher und Gründer des Archiv der Zukunft-Netzwerks. Er zeigt u.a. Ausschnitte aus seinen Filmen wie z.B. "Treibhäuser der Zukunft - Wie Schulen in Deutschland gelingen" und spricht über zündende Ideen, den Vorteil verschieden zu sein und Bilder des Gelingens.


 

29. April  11 Uhr  / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15
Schlänitzsee statt Schule 

Workshop mit Ulrike Kegler

kegler_ulrikeDie staatliche Montessori-Schule in Potsdam wurde mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Sie gehört zu den besten im Land. Das Besondere: In der 7. und 8. Klasse wird ein Viertel der Unterrichtszeit ausgesetzt. Die Schüler verbringen die Zeit außerhalb der Schule und kultivieren ein Gelände am Schlänitzsee, das früher ein Ferienheim der Stasi war. Es entsteht eine Schule außerhalb der Schule. Am Schlänitzsee arbeiten sie mit Experten: einem Landwirt, einem Bootsbauer, einem Designer. Deren fachliche Souveränität steckt die Schüler an. Hier kommt auf, was man Schülern dieses Alters sonst abspricht: Hingabe, Seele, Genauigkeit. Die Schüler wollen Aufgaben, nicht nur Schulaufgaben.

Die Schulleiterin Ulrike Kegler hat das Projekt Schlänitzsee gegen manchen Widerstand zu einem der aufregendsten Bildungsprojekte in Deutschland gemacht.

30. April 17 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15
Born to be wild
Herbert Renz-Polster, "Über artgerechte Menschenaufzucht"

hrp_klKinder lernen vom ersten Tag an – natürlich, denn Lernen ist DIE Entwicklungs- und Lebensstrategie eines Homo sapiens. Kinder tragen das in sich, das wurzelt in ihrer uralten, evolutionären Geschichte.
Wie sie das anstellen mit dem Lernen? Sie nutzen ihre „Neu-Lust“ um sich die Welt anzueignen. Und zwar aus sich selbst heraus – gerne auch auf Augenhöhe mit anderen Kindern. Dabei gehen sie an ihre Grenzen – ihr Spiel ist NICHT spielerisch, es ist ernsthaft. Und sie gehen dabei Risiken ein. Wie könnten sie sonst Laufen und Sprechen lernen? Ohne Lehrer!

Und was passiert, wenn die kindliche Entwicklung als Projekt der Erwachsenen geplant wird? Was passiert, wenn Risikovermeidung und Angst vor Fehlern zu obersten Erziehungsmaximen werden?
Darf man Kinder gegen den Strich erziehen? Wir wissen wie hoch der Preis ist, wenn wir etwa einen Löwen zu einem Vegetarier erziehen will. Auch der Mensch steht nicht außerhalb der Natur - wir haben die Frage nach dem Preis zu lange ignoriert.

Der Kinderarzt, Wissenschaftler und Autor spricht über „artgerechte Menschenaufzucht“. (Foto: (c) J. Hudelmayer)

1. Mai 20 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15
Ohne Gefühl geht gar nichts
Gerald Hüther

huether_c_j_fischnaller_kl.pgDer Göttinger Neurobiologe spricht über neurobiologische Erkenntnisse über die Herausbildung und die Bedeutung
emotionaler Einstellungen und darüber, worauf es beim Lernen ankommt.

Mut, Stolz, Zuversicht, aber auch Mißtrauen, Neid und Selbstzweifel sind emotionale Grundhaltungen, die nicht angeboren sind, die Kinder aufgrund eigener Erfahrungen im Zusammenleben mit anderen Menschen herausbilden und die einen entscheidenen Einfluss auf ihren weiteren Lebensweg haben.

Im Gegensatz zu gegenwärtig noch immer weit verbreiteten Vorstellungen über die Determiniertheit menschlichen Verhaltens zeigen neurobiologische Erkenntnisse der letzten Jahre, dass die in unserem Gehirn angelegten neuronalen Verschaltungsmuster bis ins hohe Alter umbaufähig und durch neue Erfahrungen überformbar sind. Voraussetzung für solche Umbauprozesse ist allerdings die Aktivierung der sog. emotionalen Zentren und die damit einhergehende Freisetzung neuroplastischer Botenstoffe. Damit das passiert, müsste sich eine Person für etwas begeistern, es müsste also für sie etwas an Bedeutsamkeit gewinnen, was ihr bisher als unbedeutsam erschienen war. Dazu bedarf es einer neuen Erfahrung. Die lässt sich aber nicht unterrichten, geschweige denn anordnen oder erzwingen. Zu solch einer neuen Erfahrung mit sich selbst, mit anderen und mit all dem, was es in der Welt zu entdecken und zu gestalten gibt, kann man Kinder und Jugendliche (und auch Erwachsene) nur einladen, ermutigen und inspirieren. Und wo ginge das besser als im Theater. Allerdings möglichst nicht nur als Zuschauer, sondern als Mitspieler.

Hüther, Gerald, Dr. rer. nat. Dr. med. habil ist Professor für Neurobiologe und leitet die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und des Instituts für Public Health der Universität Mannheim/Heidelberg. Wissenschaftlich befasst er sich mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und populärwissenschaftlicher Darstellungen (Sachbuchautor). Mehr erfahren Sie unter www.gerald-huether.de

2. Mai 17 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15
Theater spielen! - Workshop mit Marc Vereeck

marc_vereeck_5_klMarc Vereeck ist Regisseur. Bei dem von ihm mitentwickelten Projekt  „Abenteuer Kultur“ der dm-Drogeriemarkt-Kette haben in den letzten 12 Jahren fast 10.000 Jugendliche mitgemacht.  Jeder einzelne Theaterworkshop ist einzigartig, weil jeder Workshop gemeinsam mit den etwa 20 Lehrlingen vor Ort entwickelt wird. „ ... Es geht darum, dass die Menschen, wenn sie in ein Arbeitsverhältnis kommen, selber einen Zugang finden zu dem, was sie tun. Dabei ist der Umgang mit Sprache eine Art von künstlerischem Umweg, um ein eigenes Verhältnis zur Arbeit zu bekommen, damit die Arbeit selbst zum Kulturmoment wird. Der Auszubildende soll nicht sagen: »Ich muss etwas machen, was der Chef mir befiehlt«, sondern er soll anfangen, selber zu schauen, was wichtig ist, was gut ist, wo er sich einbringt in seine Arbeit.“

Marc Vereeck wird berichten, was Schauspiel ermöglicht, was es auslöst bei den Jugendlichen und bei denjenigen, welche dies wahrnehmen, privat und im Arbeitsumfeld, welche Erfahrungen und Ansätze er erlebt bei den inzwischen über 130 Regisseuren, Schauspielern, Theaterpädagogen, welche die dm-Theaterprojekte ermöglichen. Es wird sich in diesem tts-Workshop nicht vermeiden lassen, dass der Austausch durch praktische Beispiele bereichert wird.

Bis 2009 war Marc Vereeck Professor im Studiengang Schauspiel an der Alanus Hochschule bei Bonn und er ist Autor verschiedener Beiträge über Theater, Sprache und Sprechen u.a. in „Zukunft Schultheater. Das Fach Theater in der Bildungsdebatte“ Edition Körber Stiftung.

2. Mai 20:30 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15

"Theater in die Schule" - Ein Workshop mit Enja Riegel und Abdul Kunze

riegel„Wer viel Theater spielt, wird auch besser in Mathematik,“ heißt eine der Maximen von Enja Riegel, der langjährigen Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. Dort spielen Schüler in der 8. Klasse wochenlang Theater und dennoch schnitt die Schule bei Pisa mit Spitzenergebnissen ab. Dennoch? Nein, "weil!" insistiert sie. Sie stellt zusammen mit dem Regisseur Abdul Kunze, der viele Jahr in der Schule mitgearbeitet hat, vor, wie Theaterspielen die Schüler zuweilen in Krisen und dann zu einer Art Wiedergeburt führt. Theater in der Schule braucht Zeit und Profis. Dann gibt es unerwartete Ernten.

Enja Riegel ist auch nach ihrer Pensionierung als Direktorin der Helene-Lange-Schule Wiesbaden, die vielleicht renommierteste Schulleiterin in Deutschland. Sie leitete die Helene Lange Schule 19 Jahre lang und wandelte sie in eine der wegweisenden Reformschulen um. Seit 2003 berät sie bei der Reformierung von Schulen und bei Neugründungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und arbeitet als Autorin für Fachzeitschriften und Verlage.  Veröffentlichungen u.a. "Schule kann gelingen ", S. Fischer-Verlag, 2011.

kunze_abdul_majidZahlreiche Theaterstationen hat Abdul M. Kunze bereits hinter sich: Frankfurt, Essen, Recklinghausen, Bochum, Gießen, München, Augsburg, Heilbronn und Hamburg. Seit 1979 arbeitet er im Bereich Regie und Bühnenbild. In den letzten Jahren kamen theaterpädagogisches und therapeutisches Arbeiten hinzu. Abdul M. Kunze hat u.a.  die Theaterprojekte "Schule und Theater" an der Helene Lange Schule in Wiesbaden mit aufgebaut. Zu Beginn der Spielzeit 2002/03 ist Abdul-M. Kunze als Leiter des Kinder- und Jugendtheaters und Regisseur an das Stadttheater Gießen zurückgekehrt. Auch dort geht er mit Jugendlichen in Schulen neue Wege.

3. Mai 18 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15
Positive Pädagogik: Mit der Weisheit der Vielen die gute Schule schaffen - Impuls-Vortrag und Übung von und mit Axel Olaf Burow

burow_kleinSeit vielen Jahren arbeitet Axel Olaf Burow mit dem Verfahren der Wertschätzenden Entwicklung In Schulen und sonstigen Organisationen. Dabei zeigt sich immer wieder:  Wir unterschätzen das im jeweiligen Feld vorhandene Wissen bzw. die Weisheit der Vielen. Mit der Wertschätzenden Schulentwicklung ist es möglich im Rahmen eines Pädagogischen Tages das verborgene Wissen von Lehrer, Eltern und Schülern freizusetzen und zur gemeinsamen Entwicklung einer guten und gesunden Schule nutzen.
Anknüpfend an einen einführenden Impulsvortrag folgen eine exemplarische Übung, Beispiele aus der Arbeit mit Schulen und die Möglichkeit zur Diskussion.

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow ist Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Kassel.  Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit innovativen Lehr-/Lernkonzepten,
mit Verfahren der Prozessorientierten Zukunftsmoderation sowie der Kreativitätsförderung. Hintergrund ist die von ihm entwickelte Theorie des Kreativen Feldes sowie die „Positive Pädagogik“, die er in seinem neuen Buch in theoretischer und praxisbezogener Perspektive darstellt: Burow O.A. (2011). Positive Pädagogik. Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück. Weinheim: Beltz.
Infos & downloads: www.olaf-axel-burow.de

Hier ein erhellendes Rundfunkgespräch mit Olaf-Axel Burow: http://itunes.apple.com/de/podcast/am-tisch-mit-olaf-axel-burow/id212822590?i=112733080

4. Mai 20:30 Uhr / Deutsches Theater Keller Theaterplatz 11
Das Lernen vom Kopf auf die Füße stellen - Aufbruch zum Paradigmen-Wechsel -
rasfeld_klima-schule_klMargaret Rasfeld und Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinschaftsschule Berlin Zentrum stellen ihre Schule vor. www.ev-zentrum.de

Über 3000 Pädagogen haben in den beiden vergangenen Jahren die innovative Berliner Gemeinschaftsschule besucht. Die Besucher werden in den über einen Tag gehenden Veranstaltungen durch die Schule geführt und in Workshops informiert.

„Diese Lehrerfortbildung machen wir“, sagen stolz die Schüler.

Wenn junge Menschen 

  • in Lernbüros und Projektlernen ihre Lernprozesse weitgehend selbst gestalten,
  • wenn sie nicht mehr Objekte von Belehrungen sind, sondern Subjekte ihres Lernens und ihrer Interessen, 
  • wenn Schule die Tore aufmacht und Schülerinnen und Schüler Verantwortung im Gemeinwesen übernehmen und sich Herausforderungen im Leben stellen,
  • wenn LehrerInnen junge Menschen nicht als Schülerinnen und Schüler im tradierten Sinne sehen, sondern als engagierte junge Menschen mit Gestaltungsmut, die einen Schatz von Potenzialen mitbringen 
  • und wenn für Lehrerinnen und Lehrer nicht Unterrichten im Zentrum steht, sondern Lernen  und Coachen

dann sind wir mitten drin in einer neuen Ära der Lernkultur.

rasfeld_margretMargret Rasfeld ist Biologie- und Chemielehrerin mit Zusatzqualifikationen in der Organisationsentwicklung, Themenzentrierten Interaktion (TZI), Kunst- und Gestaltungstherapie, als Beratungslehrerin. Nach dem Studium war sie viele Jahre an Gymnasien in NRW tätig. 1992 wechselte sie zur Gesamtschule und baute als Didaktische Leiterin zunächst die Gesamtschule Essen Borbeck, von 1997-2007 als Schulleiterin die vielfach hochrangig ausgezeichnete AGENDA-Schule Essen Holsterhausen auf. Seit 2007 entwickelt sie an der neu
gegründeten Evangelischen Gemeinschaftsschule Berlin Zentrum ein anspruchsvolles bundesweit beachtetes Reformschulprogramm und setzt es mit ihrem engagierten Team um. Margret Rasfeld engagiert sich seit nunmehr
30 Jahren in der Schul- und Kommunalentwicklung.


5. Mai 17:30 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15
Lernen bedeutet konstruieren  - Workshop mit Michael Töpel

toepel2Der Lehrer und Software-Entwickler Michael Töpel (LAssi Consult) lädt ein zum Workshop über die Schule in der Wissensgesellschaft und zeigt, wie Computer als Wissenswerkzeuge für Lernende aktiv und konstruktiv genutzt werden können

Warum müssen wir das lernen?“ – fragen uns unsere Schülerinnen und Schüler.
Wie kann schülerzentrierter Unterricht gelingen? – daran arbeiten immer mehr Kolleginnen und Kollegen mit belegbarem Erfolg, nicht zuletzt an der IGS in Göttingen.
Sind unsere Schulen „lernende Organisationen“?
– das interessiert auch die „Stakeholder“ wie Eltern, Schulträger, die Wirtschaft u. a. m.
Die OECD sagt: „Wissensarbeiter, das ist die Zukunft!“ und stellt bei PISA fest, dass unsere Schülerinnen und Schüler zwar über Wissen verfügen, dies aber oft nicht sinnvoll zu nutzen wissen.
Was spricht also für die These, dass die Schule der Zukunft am Weg in die Wissensgesellschaft gebaut werden muss, damit sie nicht im Abseits steht?

Von diesen Ausgangspunkten aus entstehen im Workshop durch einen co-konstruktiven Prozess aus den Ideen der Teilnehmer Anregungen für Unterrichtsgestaltung und Schulentwicklung und vielleicht eine Skizze für die Schule der Zukunft. Wissenswerkzeuge werden zur Unterstützung der themenzentrierten Interaktion als Lern-Assistent eingesetzt.

Zu den LAssi ® Wissenswerkzeugen siehe:
http://wikis.zum.de/digilern/LAssi_-_Wissenwerkzeuge_unterstützen_verständnisvolles_Lernen

Nachdem die Reformpädagogen ursprünglich dem Eindringen der Technik im schulischen Raum eher skeptisch begegneten, erkennen sie jetzt, dass beide Linien einen gemeinsamen Fluchtpunkt haben. Viele Hinweise dazu finden sich in dem Gespräch, das Martin Lindner bei der Digilern 2012 mit dem Schulreformer Michael Töpel geführt hat:

Teil I (15 Minuten) http://youtu.be/Sa3qXUa9TiM ;
Teil II (14 Minuten) http://youtu.be/A2OlOgCDVkg

Michael Töpel ist Geschäftsführer von LAssi Consult, einem Produzenten von digitalen Bildungsmedien, und war vorher u.a. als Studiendirektor Berufsschullehrer, Seminarleiter und Mitarbeiter der Schulbehörde in Hamburg. Als Gründer und langjähriger Sprecher des Bundesarbeitskreises Lernen mit Notebooks hat er sich für zukunftsorientiertes Lernen eingesetzt. Er ist Vorstandsmitglied im adz-Netzwerk.

5. Mai 20:30 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15 / DT Zelt
Die unbedingte Schule - Olaf Sanders 

Bei Bonn wird die unbedingte Schule gegründet, inspiriert von der Idee der „unbedingten Universität“ von Jaques Derrida. Eine Schule ohne Bedingungen – ein Ort, an dem nichts außer Frage steht. Eine Schule, die Antworten auf Fragen gibt, die sie noch nicht kennt. Der Versuch, Schule neu zu denken, erfordert neue Begriffe und Denkweisen, deren Erschaffung Aufgabe von Philosophie ist.
olaf_sanders_klein_klDas Schulkonzept ist aus diesem Grund bildungsphilosophisch. Dieser Akt des Widerstands gegen die Gegenwart, in der das Paradigma von Messung und Kontrolle vorherrscht, wirkt unzeitgemäß. Das unzeitgemäße Vorgehen und die ungewohnte Begrifflichkeit fordern das Denken heraus und nötigen womöglich, anders zu denken, als man denkt - dies ist unter Umständen erst einmal anstrengend, im Hinblick auf Schule jedoch unausweichlich.

PD Dr. Olaf Sanders ist Dozent für Erziehungswissenschaften in Köln und gründete zusammen mit Thomas Jung in Alftern bei Bonn die "unbedingte Schule".

 

6. Mai 11 Uhr / Aula ehem. Voigt-Realschule Bürgerstraße 15
Lernen, eine Vorfreude auf sich selbst
Reinhard Kahl, Gerd Knopund Barbara Riekmann

Gerd Knop ist einer von denen, die Schüler wie Isa Pini (s.o.) ansprechen. Er ist Personalentwickler bei der „Otto Group“ (Ottoversand) Warum nur, fragt er sich, haben Schulen vor allem im Blick, was Kinder und Jugendliche nicht können? Die von ihm gegründete Initiative „Hamburger Hauptschulprojekt“ hat in zehn Jahren 3800 Jugendliche in reguläre Ausbildungen vermittelt.

Reinhard Kahl (s.o.) zeigt Ausschnitte aus seinen Filmen und spricht darüber wie Lernen eine Vorfreude auf sich selbst wird.

riekmann_kl_klBarbara Riekmann ist Schulleiterin einer der erfolgreichsten und entschiedensten Schulen in Hamburg, der Max-Brauer-Schule in Altona und erzählt davon, welche Rolle die von ihr initiierte "Traumschule" spielte.

Das Programm wird hier und unter www.nogolab.de laufend aktualisiert.

 

 

Parallel zu "theater träumt schule" findet in Göttingen auch das Kinder- und Jugendtheater-Festival "Hart am Wind" statt.

Mehr Infos zu  "Theater träumt Schule"

pdf Programm als PDF-Datei zum Ausdrucken

pdf Ankündigung im Göttinger Tageblatt vom 20. April 2012

Mehr Infos zu "Hart am Wind"

pdf Programm-Flyer



Technische Umsetzung und Joomla-Support von 2st-online.de