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Selbst wenn wir die beste aller denkbaren Regierungen hätten und ein Genie als Schulsenator
man dürfte die Bildung nicht allein den Politikern überlassen.
Schule braucht Gesellschaft.
Es wird Zeit Bildung neu zu denken.
Oder sie überhaupt wieder zu denken.
Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als das Theater?
Theater träumt Schule - München
vom 18. - 20. November 2011 in den Kammerspielen München unter dem Titel:
"Keine Angst vor der Angst" ein Projekt vom Archiv der Zukunft, Kammerspiele München und Schulreferat München
Programm Theater träumt Schule München
Weitere Infos zu Theater träumt Schule München
Material zu Theater träumt Schule
Theater träumt Schule 2013 München
Theater träumt Schule - Hamburg
theater träumt schule ist
eine gemeinsame Initiative des Netzwerks Archiv der Zukunft*, von
Kampnagel und der Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche. In
Gründung begriffen ist ein „Hamburger Bildungskonsortium“, das diese
Reihe dauerhaft ermöglichen und sich bildungspolitisch einmischen will.
Start am Sonntag (4. 9. 2011) auf Kampnagel mit dem Hirnforscher Gerald Hüther
Auf die Haltung kommt es an. Anschließend Diskussion mit Reinhard Kahl und Professor Ke Yu (Shanghai)
Gerald Hüther ist Professor für Neurobiologe und leitet die
Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der
Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und das Institut für
Public Health der Universität Mannheim/Heidelberg. Sein Fokus: Der
Übergang von einer Gesellschaft der Ressourcennutzung zu einer der
Potentialentfaltung.
Sein jüngstes Buch "Was wir sind und was wir sein könnten". (S. Fischer Verlag)
Reinhard Kahl ist Journalist und Filmemacher. Im Zentrum seiner Arbeit
stehen die Lust am Denken und Lernen, die Zumutung belehrt zu werden und
die endlosen Dramen des Erwachsenwerdens. Seit mehr als 10 Jahren ist
er im Hamburger Literaturhaus Gastgeber des monatlichen Philosophischen
Cafés. Er ist Gründer des Archivs der Zukunft, aus dem das gleichnamige
Netzwerk hervorgegangen ist.
Ke Yu lehrt in Shanghai Erziehungswissenschaften und hat sich mit dem
großen Erfolg der Region Shanghai bei Pisa befasst. Er ist
Geschäftsführer des German-Chinese Center for Educational Research &
Cooperation an der Shanghai Normal University, Mitinitiator &
Chefkoordinator des German-Chinese Higher Education Forum und des
German-Chinese Educational Leadership Summit Dialogue System. Er hat in
Deutschland studiert und spricht gut Deutsch.
Zuvor ab 15 Uhr auf Kampnagel: Galerie guter Schulen
unter anderen:
Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule , Göttingen (Deutscher Schulpreis 2011); Evangelische Schule, Berlin-Mitte;
Montessori Oberschule, Potsdam
DIE GRUNDIDEE VON „theater träumt schule“
Das Raumschiff Erde ist in keinem guten Zustand. Das wissen schon die
Kinder. Und dass sie für das, was auf sie zukommt, nicht gut vorbereitet
werden, ahnt jeder. Aber viele Erwachsene ziehen es vor weg zu sehen.
Wenigstens selbst noch einigermaßen durchkommen. Nach uns die Mutation?
Auch die meisten Schulen scheinen einer Maxime zu folgen, über die sich
Mark Twain schon lustig gemacht hatte: „Nachdem wir unsere Ziele aus den
Augen verloren haben, verdoppeln wir unsere Anstrengungen!" Man spricht
inzwischen vom Bulimie-Lernen. Und tatsächlich: „Alle Überprüfungen des
Wissens, das junge Menschen fünf Jahre nach Schulabschluss noch
besitzen“, schreibt Gerhard Roth, Hirnforscher und Präsident der
Studienstiftung des Deutschen Volkes, „laufen darauf hinaus, dass das
Schulsystem einen Wirkungsgrad besitzt, der gegen Null strebt.“
Die 15-jährige Hamburger Schülerin Yakamoz Karakurt hat es in einem
Artikel in der ZEIT (18. 8. 2011) auf den Punkt gebracht: „Mein Kopf
ist voll. Zu voll. Was denken sich eigentlich diejenigen, die über unser
Schulleben bestimmen?“
Eine ansteckende Gesundheit
Aber es gibt eine Gegenbewegung: mehr und mehr Schulen bauen ihre
Kultur von der Belehrung zum Lernen um. Lernen wird eine Aktivität der
Schüler und ist nicht mehr die passive Seite von Belehrung. In Schulen,
in denen Lust und Leistung keine Gegensätze sind, wird das Lernen
nachhaltiger. In Rankings stehen sie oben. Von diesen Schulen geht eine
ansteckende Gesundheit aus. Die Infektion mit dem Lernvirus soll
unterstützt werden. Der kulturelle Wandel in den Schulen ist Teil des
Übergangs von der Industriegesellschaft zu einer Wissens- und
Kulturgesellschaft. Die Gestaltung dieses Übergangs ist eine Aufgabe für
die ganze Gesellschaft. Ob wir wollen oder nicht - mit dem Thema
Bildung führen wir ein heimliches Selbstgespräch über unsere Zukunft und
darüber wie wir leben wollen. Diese Gespräche sollten offener und
öffentlich geführt werden.
Bildung?
Eine im Auftrag der Bundesregierung erhobene Studie stellt fest,
Studenten seien „labil und teilnahmslos“ wie nie zuvor. Sie glaubten
„weder ihre berufliche Karriere noch politische Entscheidungen wirklich
beeinflussen zu können.“ Was bislang nur für Jugendliche ohne berufliche
Qualifikation gegolten habe, treffe nun mehr und mehr für Studierende
zu. Oder in den Worten der Schülerin Yakamoz: „Wir sollen Maschinen
sein, die funktionieren, und das mindestens 10 Stunden am Tag. Aber
funktionieren ist nicht gleich lernen. Lernen bedeutet nämlich vor allem
eins: Erfahrungen sammeln.“
Damit sich eine andere Haltung bildet, ist eine andere Atmosphäre
nötig. Zur Bildung gehören Herausforderungen, Zutrauen und
Zugehörigkeit. Mit solchen Tugenden verhält es sich allerdings immer
gleich: Man kann sie von anderen nicht verlangen, wenn man selbst nicht
damit beginnt.
Noch mal Yakamoz, die Schülerin aus dem Hamburger Gymnasium Marienthal:
„Ich gehe in die 9. Klasse und habe ein Problem. Ich habe kein Leben
mehr.... Ich gehe gern zur Schule... Deswegen frage ich, warum tut
niemand etwas dagegen... Und jetzt kommen Sie. Was wollen Sie tun?“
Am 13. September wird theater träumt schule
um 19´30 Uhr auf Kampnagel fortgesetzt.
Voodoo Vibes, eine Tanzperformance, Übung und Meisterschaft, ein Gespräch
mit Marco Marcal, alias Marco Wehr und Poppin Hood, alias Sven Weller
Marco Wehr ist Tänzer, Physiker und Schriftsteller. Er lebt in Tübingen. Als Tänzer nennt er sich Marcel Marcal. Übung und Meisterschaft ist eines seiner Themen. Er hat sich besonders mit dem Verhältnis von Kopf und Hand beschäftigt.
Poppin Hood ist doppelter Weltmeister im Electric Boogaloo. Als er noch Sven Weller hieß, war er Schulversager. Marco Wehr, der Physik studiert hat und in Philosophie promoviert wurde, hält Sven Weller für einen der intelligentesten Menschen, den er je getroffen hat.
Weitere Abende theater träumt schule auf Kampnagel sind mit Jesper Juul und Remo Largo verabredet.
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