Pressemeldung 16. März 2009

Was wird aus den 8,6 Milliarden im Konjunkturprogramm
für die Bildung?
450 Ideen für den Umbau von Schulen und Kindergärten!
Konvent „DER DRITTE PÄDAGOGE“ in Münster / 20.
bis 22. März
Archiv
der Zukunft - Netzwerk mit Unterstützung der Robert
Bosch Stiftung, IBA Hamburg, Blick über den Zaun, Montag Stiftung, Unfallkasse
NRW, Wüstenrot Stiftung, Stiftung
Selbst.Los, Software Stiftung, Wehrfritz, Future Wings, Zukunftsstiftung
Bildung, Hannoversche Kassen .
In
den nächsten Tagen wird die „Verwaltungsvereinbarung“ zwischen Bund und Ländern
das Konjunkturprogramm II in Gang setzen. 8,66 Milliarden werden Schulen und
anderen Bildungseinrichtungen zu Gute kommen. Was geschieht damit?
450 Pädagogen, Architekten,
Kommunalpolitiker sowie Wissenschaftler und Künstler folgen dem Aufruf des
Netzwerks „Archiv der Zukunft“ nach Münster. Dort beraten sie am kommenden
Wochenende über die Erneuerung der Schulen. Wie werden sie einladende Orte für Kinder
und Jugendliche?
Das Deutsche Institut für
Urbanistik hat errechnet, dass der Sanierungsstau allein in Schulen 73 Milliarden Euro beträgt. Beim Konvent „Der dritte Pädagoge“ in Münster
geht es nicht nur darum, dass es bald nicht in noch mehr Schulen
reinregnet. Thema ist vor allem eine pädagogische Architektur, der Umbau von Belehrungsanstalten
zu Lernlandschaften. Der Sanierungsbedarf
und das Konjunkturprogramm sind eine Chance zur anstehenden Erneuerung. Der
Konvent beginnt selbst mit der geforderten Zusammenarbeit von Architekten,
Pädagogen und Schulträgern und zeigt wie auch Schüler beteiligt werden können.
Die Wartburg Grundschule, in der das Treffen
stattfindet, ist ein Beispiel für eine gelungene, pädagogische Architektur. Sie
besteht aus einer Reihe von Lernhäusern, die wie Dorfschulen den Kindern Heimat
bieten.
„Die 450 Teilnehmer werden
Mitwirkende sein“, kündigt das Netzwerk Archiv der Zukunft an, das sich auch
„Intelligenz der pädagogischen Praxis“ nennt. In mehr als 50 Worksshops beraten
sie den pädagogischen und architektonischen Umbau zu „Schulen der Wissensgesellschaft“.
„Wir wollen Bildungseinrichtungen zu starken kulturellen Orten machen“,
heißt es im Aufruf zum Konvent. „Sollten sie nicht eher irdische Kathedralen werden?“ Künftige Bildungshäuser
dürften nicht länger wie Container errichtet werden, in denen Kinder und
Jugendliche mit Schulstoff abgefüllt werden.
Der Raum ist so wichtig wie
die Fächer und der Lehrplan, er ist der dritte Pädagoge. Die beiden anderen
sind die Erwachsenen und die Gleichaltrigen
Im Eröffnungsvortrag wird der Göttingern Hirnforscher
Professor Gerald Hüther für eine andere Haltung in der Bildung plädieren. Die Futurum
Schulen aus Schweden, Häuser des Lernens aus der Schweiz und neue Schulen aus
Südtirol stellen sich vor. Zu den Mitwirkenden gehört die eigensinnige
Schulleiterin Enja Riegel, der Philosoph Prinz Rudolf zur Lippe, der
Sozialwissenschaftler Harald Welzer und der Stararchitekt Professor Peter Hübner, der seine preisgekrönten Schulen zusammen
mit Schülern plant.
Zum Abschluss wird ein „Münsteraner Manifest“
verabschiedet.
Das Netzwerk Archiv der Zukunft ist keine zwei Jahre
alt. Es versteht sich als „ein Organ im Übergang von der Welt des Belehrens in
eine des Lernens“. Im Oktober hielt es im Festspielhaus Bregenz und an elf
weiteren Orten am Bodensee den viel beachteten Kongress „Treibhäuser & Co“
ab, zu dem 1400 Pädagogen aus verschiedenen Ländern kamen. ( www.adz-netzwerk.de )
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