| L: Profession Pädagoge |
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Sigmund Freud wird der Scherz zugeschrieben, es gäbe Berufe, die so unmöglich seien, dass keiner sie richtig ausüben kann, z. B. Psychoanalytiker, Politiker oder Lehrer. Kaum ein anderer Beruf muss so sensibel auf gesellschaftliche Wandlungen reagieren wie die Profession Pädagoge. Lehrer sind im gesellschaftlichen Diskurs oft gleichzeitig Hoffnungsträger für alle möglichen gesellschaftlichen Herausforderungen und schwarze Schafe, denen für viele Probleme die Schuld zugeschoben wird. Wir sind mit dieser Klausur zu Gast in Rorschach, Schweiz. Die Pädagogische Hochschule des Kantons St. Gallen entstand 2007 durch die Zusammenlegung der PH Rorschach und der PH St. Gallen. Die LehrerInnenbildung in der Schweiz hat eine radikale Umgestaltung hinter sich. Vor sechs Jahren wurde die frühere Seminarausbildung durch eine Ausbildung an Pädagogischen Hochschulen ersetzt. Mit einem Umbau in ein Bachelor- und Mastersystem verbunden sind eine stärkere Wissenschaftsorientierung und eine Ausrichtung auf (Handlungs-)Kompetenzen. Erhalten blieb die breite Ausbildung für viele Fächer und die ganz starke Verknüpfung der Ausbildung an der PH mit der Praxis. Die Neuorientierung der LehrerInnenbildung führte zu einem fruchtbaren Suchen nach neuen Inhalten und Wegen. Am Ende des ersten Ausbildungsjahres steht eine (Berufs-)Eignungsüberprüfung; die Ausbildung von Kindergarten- und Primarlehrpersonen wird verbunden (Lehren für die 4–8-Jährigen); von Beginn findet ein Viertel der Ausbildungszeit im Kontakt mit den Kindern statt;der Einstieg in den Beruf wird durch eine Berufseinführungsphase erleichtert; Lernwerkstätten sind als herausfordernde Lernorte für Kinder, Studierende und Lehrpersonen konzipiert. Aber auch in der neuen Ausbildung bleibt der Diskurs über die alten Kernfragen „Wie wird man Pädagoge/in? Was braucht es heute, in einem sich verändernden Beruf, um als Lehrperson professionell aus- und weitergebildet zu sein?“
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