| Kongresszeitung Ausgabe 4 |
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Nr. 4 vom 25. Juli 2011 In dieser Ausgabe: ++ Der tanzende Physiker ++ Ungleichgewicht bei Anmeldungen ++ Hilfe gesucht ++ Üben? Üben?! Üben! ++ Mike Sandbothes Kolumne ++
Guten Tag, Marco Wehr wird auf dem Kongress auch über das Üben sprechen. Er hat auf unserem Gründungskongress in Hamburg getanzt. Er hat auch auf dem ersten Kongress in Bregenz getanzt, gesprochen und einen Workshop gemacht. Marco Wehr ist ein Physiker, der tanzt. Oder ein Tänzer, der denkt. Bei Klett Cotta hat er ein Buch über die Chaostheorie veröffentlicht („Der Schmetterlingseffekt“). Bei Eichborn hat er eines über philosophierende Kinder geschrieben („Welche Farbe hat die Zeit?“). Und nun hat er einen Roman fertig. Der ist noch nicht gedruckt. Neben seiner Theorie unterhält er in Tübingen auch eine Praxis: das Tanzstudio Danzon (www.danzon.de). Marco wird auf dem Kongress reden und denken, auch übers Üben, und er wird wieder tanzen. Das 62 Minuten lange Stück heißt „VoodooVibes“ – The Magic HipHop Dance Theatre“. Daraus sind die Fotos in dieser Nummer. Man darf sich wirklich auf das Stück freuen. Die „Schwäbische Zeitung“ schreibt: “Eine total abgefahrene Show haben die Tänzer Marco Marçal und Poppin-Hood am letzten Abend des Theaterfestivals geboten.“ Und die Stuttgarter Zeitung schwärmt: “International renommiert sind Poppin-Hood - Weltmeister im “Electric-Boogie“ - sowie Marco Marçal, ein kongenialer Grenzgänger in Sachen Samba und Streetdance. In “VoodooVibes – The Magic HipHop Dance Theatre“ verbinden die beiden in einer gespenstisch-faszinierenden Geschichte auf ungewöhnliche und virtuose Weise die unterschiedlichsten urbanen Tanzstile mit Theater, Installation, Live-Percussion und Videos.“ Marco Wehr heißt, wenn er tanzt, Marco Marçal. Sein Partner ist Poppin-Hood. Der hat schon zum zweiten Mal den Weltmeistertitel im Electric Boogaloo geholt. Übrigens in der Grundschule wollte man ihn davon überzeugen, dass er außer zum Versager, über den sich der Lehrer gern lustig machte, weil er im Lesen zunächst langsam war, zu nichts tauge. Marco Wehr, der promovierte Physiker sagt, er hätte mit noch niemandem auf so intelligente und gleichberechtigte Art zusammen gearbeitet. So viel zur Vorfreude auf den Eröffnungsabend in Bregenz. Noch ein paar Informationen zum Stück?
VoodooVibes ist in groben Zügen an Goethes Zauberlehrling
angelehnt. Der arglose Flaneur Hoodini
entdeckt eine offen stehende Tür. Neugierig betritt
er einen verwunschenen Raum, als die Tür krachend
hinter ihm ins Schloss fällt. Das Stück verbindet virtuos so unterschiedliche Stile urbaner Tanzkunst wie Electric Boogaloo, Poppin, Locking, House und Samba. Zusammen mit gespenstischen Soundcollagen, Live-Percussion, Videoinstallationen und Schauspiel entsteht so ein Theatererlebnis, das tatsächlich unter die Haut geht - und man lacht. Nun noch etwas Profanes: Die Anmeldezahlen für den Kongress steigen. Das ist schön. Besonders steigen die Anmeldungen mit dem ermäßigten Beitrag, also für Studierende, Referendare und andere, die wenig verdienen. Ursprünglich wollten wir aus Etatgründen nur so viele „Ermäßigte“ zulassen, wie mit „Förderbeiträgen“ kompensiert werden. Die anderen sollten auf eine Warteliste. Das haben wir gelassen. Die Gefahr schien zu groß, dass wir die Jüngeren aussperren. Nun wird es aber wirtschaftlich mulmig. Wir bitten also diejenigen, die es sich leisten können, den Förderbeitrag anzukreuzen. Der gleiche Effekt wird auch durch eine Spende erreicht. Und noch etwas Profanes: Wir werden im Hamburger adz-Büro in der Schlussphase der Vorbereitung, also ab Mitte August, Verstärkung brauchen, die wir uns auch leisten können: Praktikanten und Pensionäre. Bitte melden! Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können Nun sind es noch 80 pralle Tage und der Kongress entsteht wie die Skulptur eines Bildungshauers. Das macht viel Arbeit und noch mehr Freude. r.k. Üben? Üben?! Üben!Von Reinhard KahlCarl Hermann Unthan wurde 1848 in Ostpreußen ohne Arme geboren. Er starb 1929 als weltberühmter Violinist. Er geigte mit den Füßen. Artistisch. „Wer von Geburt an auf eigene Versuche angewiesen ist und nicht daran gehindert wird,“ notierte er, „bei dem entwickelt sich ein Wille zur Selbstständigkeit.“
„Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen,“ schrieb vor fast 400 Jahren Blaise Pascal, Mathematiker
und Philosoph. Er war sich sicher, dass in jedem und jeder viel mehr steckt als er oder sie jemals realisieren
wird. Der Katholik Pascal glaubte daran, dass Menschen sich gegenseitig überraschen können und sollten.
Es müssen allerdings Milieus geschaffen werden, damit sie ihre Möglichkeiten erfahren und ihre Fähigkeiten
üben, ausüben und entfalten. Selbstorganisation
Der Neurobiologe Gerald Hüther wird in Bregenz zu
dem Thema sprechen, das ihn derzeit am stärksten
beschäftigt: Was heißt eigentlich Selbstorganisation?
Unter diesem Aspekt will er sowohl gelingendes
wie auch misslingendes Leben betrachten.
Auch diese Frage führt zu den Milieus und zu der
Atmosphäre von Lebenswelten und Institutionen.
Denn Aufgabe von Bildungsinstitutionen ist doch
das Gelingen von Selbstorganisation zu ermöglichen! Ein Schreckgespenst
Üben? - das klingt für viele wie eine Drohung.
Üben - ist das nicht der Versuch Menschen gegen
den Strich zu bürsten? Den Linkshänder zum
Rechtshänder umschulen? So klingt der eine Sound
von Üben. Gewissermaßen das Exerzieren auf dem
Kasernenhof. ** Manfred Spitzer hält am 15. 10. In Bregenz einen der großen Vorträge. Sein Thema werden die sogenannten „exekutiven Funktionen“ sein. Spitzer schreibt: „Exekutive Funktionen, die auch als exekutive oder kognitive Kontrolle bezeichnet werden, steuern unser Denken und Verhalten. Exekutive Funktionen ermöglichen es uns, Entscheidungen zu treffen, planvoll aber auch flexibel und zielgerichtet vorzugehen, das eigene Handeln zu reflektieren und dieses ggf. zu korrigieren. Wir brauchen exekutive Funktionen folglich nicht, um nach einer Tasse Kaffee zu greifen. Vielmehr brauchen wir sie, um in Schule, Studium und Beruf erfolgreich zu sein, wo diese zentralen Gehirnfunktionen ständig gefordert sind.“ Mehr zu seinem Vortrag und zu den daran in Bregenz anschließenden Worksshops, Übungen und Spielen demnächst in der KongressZeitung. Fallen
Was aber Üben wirklich ist, sieht man bei den Kindern.
Ein Baby zieht sich am Stuhl hoch und fällt hin.
Es richtet sich am Hosenbein des Vaters auf und
wieder fällt es. So geht das vielleicht wochen- oder
sogar monatelang. Erwachsene hätten längst aufgegeben.
Aber Kinder machen weiter, bis ihnen das
Laufen wie automatisch gelingt. In Phasen der Unlust
sammeln sie neue Energie. Aus Leiden bilden
sie Leidenschaft. Ohne Leiden, auch das kann man
von Kindern lernen, geht es nicht. Aber irgendwann
kann dann jeder laufen. Laufen ist eine schöne Metapher.
Physiologisch gesehen ist es aufgefangenes
Fallen, Wechsel von Stabilität in Instabilität,
Schritt für Schritt. Beim Laufenlernen macht jeder
seinen Grundkurs im Üben. Wir lernen von Fall zu
Fall und wir lernen uns im Fallen zu fangen. Der direkte Weg
Dann begann das Zeitalter der Rationalisierung.
Es spiegelt sich in der Musikerziehung. Jetzt kamen
Übungsstücke auf den Markt, zum Beispiel
Klavierschulen, mit denen sich der Zeitaufwand
um den Faktor sechs vermindern ließ. Aus Noten
wurden Vorschriften. Üben schrumpfte von etwas,
das im Grunde ein Verhältnis des Musikers zu
sich selbst, immer mit Blick auf den Meister, war,
zu einem Training für den direkten Weg der Note
zum Instrument. Aus Musikanten wurden die „Ausführenden“.
Statt des Spiels, das immer indirekt
läuft, wurde nun ein kurzer und möglichst perfekter
Weg zwischen Note und Instrument angestrebt.
Der Übende fand sich störend dazwischen. Durch
Üben, Üben und noch mal Üben sollte er sich dünne
machen. Das war die Vorschule für eine veränderte
Arbeitshaltung. die Effektivität im Sinn hat und an
deren Ende Verwahrlosung steht. Von Kindern lernen
Was Üben ist, können wir immer wieder am besten
von den Kindern lernen. Zum Beispiel in der
Lernwerkstatt Natur in Mülheim, die der Kölner
Erziehungswissenschaftler Gerd E. Schäfer mit seinen
Mitarbeitern in einer Schlucht mitten im Ruhrgebiet
betreibt und von deren Entwicklung wir in
Bregenz hören (und vielleicht auch etwas sehen)
werden. Die Kinder versetzen die Wissenschaftler
in Staunen darüber mit welcher Intensität sie
bei der Sache sind, zum Beispiel wenn sie sich am
Bach tagelang im Schöpfen und Gießen üben. „Das
müssen sie in hundert Variationen ausprobieren“,
beobachtet Schäfer, „mit Sieb, ohne Sieb, mit Sand
im Sieb, mit Erde im Sieb, mit Blättern im Sieb, mit
kleinen Flohkrebsen im Sieb.“ Bei diesen scheinbar
immer gleichen Übungen sind die Kinder auf
der Suche nach neuen Variationen und nach Konstanz.
Schäfer beobachtet dabei „eine ungeheure
Ausdauer.“ Konzentrationsschwäche wurde auch
bei Kindern nicht gefunden, die im Kindergarten
als konzentrationsschwach gelten. Kopf und HandDer Philosoph Artur Schopenhauer fragte ja schon, ob der Kopf eine Hand hat, oder ob nicht vielmehr die Hände einen Kopf haben. Jedenfalls hat das Zusammenspiel beider die Evolution der menschlichen Gattung vorangetrieben, und es ist für jeden Einzelnen erneut ein entscheidendes Lernmedium. Dabei entdecken die Kinder noch einmal, was die Koevolution von Kopf und Hand hervorbrachte, das Werkzeug. „Sobald die sinnlichen Mittel nicht mehr ausreichen, suchen sie Werkzeuge“, beobachtet Gerd E. Schäfer in der Lernwerkstatt Natur. Sich im Gebrauch der Werkzeuge zu üben, sei wichtiger als das vorschnelle Beibringen von Wissensinhalten. 10 000 Stunden sagt man, müsse ein Musiker oder guter Handwerker geübt haben: wiederholen, variieren, wiederholen. Entscheidend ist dabei allerdings eine Haltung, die der Soziologe Richard Sennett in seinem Buch über das Handwerk so beschrieb: „ Eine Sache um ihrer selbst willen tun und sie deshalb gut machen wollen.“ Üben ist nie so voraussetzungslos, wie häufig das Lernen vorgestellt wird, wenn man es mit Belehrung verwechselt. Üben knüpft immer schon an eine vorhandene Praxis an, so wie ein Kind, das Laufen lernt, am Fallen anknüpft. Gute Pädagogen hatten hier immer schon die richtige Intuition: „Man kann nur etwas lernen, von dem man schon etwas weiß“, sagte Maria Montessori. Die Hirnforschung bestätigt diesen Zusammenhang heute auf ihre Weise. „Unser Gehirn kommt mit einem ungeheuren Schatz an Vorwissen auf die Welt“, argumentiert Wolf Singer, Direktor am Max-Planck- Institut für Hirnforschung, und fährt fort: „Dieses in der Architektur des Gehirns angelegte, von der Evolution mitgegebene Wissen wird während der Lebenszeit ergänzt und genutzt, um die Welt wahrzunehmen. Wahrnehmen ist, so gesehen, das Bestätigen vorformulierter Hypothesen.“ Neugier, Scheitern, Gelingenund vom Konstruktivismus beeinflusste Pädagogen rücken das Lernen schon bei Säuglingen in die Nähe des Forschens. Das tönt gewiss manchmal überhöht. Aber es gibt eine ähnliche Struktur bei Forschern und Lernenden. Zwischen neuen Wahrnehmungen und bisherigem Wissen kommen Differenzen auf. Das führt zu Unsicherheit. Es entstehen Fragen. Die Neugier treibt weiter. Hypothesen werden gebildet und ihnen gemäß wird experimentiert. Im Labor oder in der Feldforschung werden Versuchsreihen definiert. Kinder machen es ähnlich. Allerdings wollen sie"niemals nur etwas wissen, sie wollen etwas können. Sie wollen ihre Kompetenz steigern. Kompetenz kann nicht so erworben werden, wie man Wissenshäppchen zu sich nimmt. Andere und sich selbst beobachtend versuchen Kinder sich dem Ziel anzuverwandeln. Sie ahmen nach. Sie probieren eine Sache tausendmal und häufiger, denn Kopieren ist nicht möglich. Und weil die übend Lernenden das Neue immer in ihre bereits vorhandenen Wahrnehmungs- und Kompetenzarchitekturen einpassen müssen, ist die Nachahmung immer auch ein Selbstversuch. Dieses Üben verwandelt und stärkt die Person. Entwürdigendes Üben, das manch einem noch in Erinnerung ist, hat das Selbst nicht gestärkt, sondern geschwächt. Es sollte ja alles möglichst gleich richtig gemacht werden. Mit der Zeit zum Üben wurde gegeizt. Der Anspruch auf Perfektion aber erzeugt Versagen."Üben hingegen, bei dem man auch scheitern darf, ermöglicht das Gelingen. Mike Sandbothes Kolumne - Ein Tag am TelefonDie Stimme und der Blick – Beiboote und Werkstätten – Der Kongress als MediumZuerst hatte ich ein ausführliches Ferngespräch mit Ilse Furian. Sie lebt in der Nähe von Heidelberg, ist Sonderpädagogin für Hörbehinderte und Feldenkraislehrerin (www.furian-heidelberg.de). Da ich selbst seit 2009 an der vier Jahre dauernden Ausbildung zum (wie es im globalisierten Denglisch heißt) Feldenkrais- Practitioner teilnehme, haben Frau Furian und ich zuerst ein wenig über die körperbasierte Pädagogik von Moshe Feldenkrais (1904-1984) gefachsimpelt. In deren Zentrum stehen achtsame Bewegungsübungen, die uns dabei helfen können, den Zusammenhang besser zu verstehen, der zwischen Körpersprache und geistigmoralischer Grundhaltung besteht. Die Stimme der Persönlichkeit
Ilse Furian arbeitet mit der Stimmbildnerin Monika
Drux zusammen (www.studio-drux.de). Die
studierte Musikerin hat als Opern- und Gospelsängerin
sowie als Schauspielerin auf großen Bühnen
im In- und Ausland gestanden. Für Bregenz möchte
sie gemeinsam mit Furian eine praktische Einführung
in den Zusammenhang von „Stimmbildung
und Persönlichkeitsentwicklung“ anbieten. Das
könnte bereits in einem Beiboot am Freitagvormittag
wenige Stunden vor Beginn des ‚eigentlichen’
Kongresses geschehen. Es sind eine ganze Reihe
solcher Beiboote in Vorbereitung. Beiboote werden
unmittelbar vor oder nach der großen Arche Nova
zu Wasser gelassen. Auf ihnen gibt es jeweils nur
ein Thema. Medienwechsel
Frau Furian ruft noch mal an. Sie ist am Freitag in
Hamburg. Reinhard Kahl und ich wollen gern einen
Kaffee mit ihr trinken. Sie kommt um 11.00
Uhr nach Eppendorf. Wir freuen uns auf das Treffen.
Ich informiere Olaf Schechten. Er kommt auch.
Aus Kiel. Ganz spontan. Die Stimme verbindet! Ein
Workshop ist im Entstehen. Oder doch nicht? Das
persönliche Treffen zeigt: es ist nicht leicht, die
unterschiedlichen Praktiken und Perspektiven, die
individuellen Menschen und Motive zu einem gemeinsamen
Projekt zu vereinen. Was am Telefon
so leicht und selbstverständlich klingt, kann in der
Face-to-face-Begegnung in einem anderen Licht
erscheinen. Mit den Medien ändert sich die Wahrnehmung. TränenIm vergangenen Jahr habe ich in Mainz am Institut für Lehrerweiterbildung eine Veranstaltung für Ethik- und PhilosophielehrerInnen aus Rheinland- Pfalz durchgeführt: Medienphilosophie in der Sekundarstufe II. Was ich dabei gelernt habe, war vor allem, dass in vielen Schulen „Medien“ mit „technischen Medien“ und diese wiederum mit dem „Leitmedium Internet“ gleichgesetzt werden. Große Teile der Bildungspolitik, aber auch der zeitgenössischen Medienwissenschaft und der Fachpresse unterstützen diese Verengung des Medienbegriffs. Das geht so weit, dass mich vor zwei Wochen an der Uni Flensburg die jungen Studierenden des Studiengangs Bildungswissenschaft völlig irritiert angeschaut haben als ich ihnen erklärte, dass auch Raum und Zeit, der Körper, die Wahrnehmungsorgane, Bild, Sprache, Schrift, Tanz, Theater, Musik, Architektur, Skulptur und Literatur unter den Begriff Medien fallen. Die Bildung kultivieren! Das ist unser Motto in Bregenz. Dazu gehört auch: die Medienkultur erweitern! Den Medienbegriff weit genug fassen! Auch unser Kongress ist ein Medium. Er kann so oder anders gestaltet und für die Zwecke der Kommunikation und der Koordination von Handlungs- und Gestaltungsprozessen genutzt werden. Was mich letztes Jahr am Ende der Weiterbildungsveranstaltung im Erbacher Hof in Mainz besonders bewegt hat: ein Ethiklehrer, der zu weinen begann, als ihm klar wurde, dass seine eigene individuelle Unterrichtsform, die viel mit Sprachspielen und theatralen Aufstellungen im Raum zu tun hat, in einem philosophischen Verständnis von Medienkompetenz große Wertschätzung erfährt: als Bereicherung unseres kultivierten Umgangs mit Medien im weiten Wortsinn! Wieder das Telefon!Auf meinem Schreibtisch liegen die Ausdrucke der vielen Emailvorschläge für Bregenz. Nach Medien sortiert. Angela Boeti befasst sich mit der „körperlichen Präsenz in der pädagogischen Arbeit“. Sie ist Tänzerin und hat Bewegungspädagogik studiert. Der Körper als Medium der Kommunikation. Wolfgang Neuhaus von der FU Berlin arbeitet mit einem elfköpfigen Team an der Entwicklung eines „Technology Enhanced Textbook“. Das ist ein Notebook, das nicht nur zum Schreiben und Lesen da ist, sondern zum „Messen, Experimentieren, Zeigen, Finden, Zusammenstellen und Kommunizieren“. Der Computer als Medium des experimentellen Tuns und lernenden Handelns.
Und weiter geht’s mit dem Raum als Medium des
lernenden Zusammenseins. „Von Lernkäfigen oder
Lebensräumen“ handelt das Workshop-Angebot,
das uns Margit Schwarz aus Kindberg in Österreich
schickt. Jürgen Fischer ist stellvertretender
Schulleiter an der Joseph-von-Eichendorff-Schule
in Kassel und schreibt: „Auch in einem ‚alten‘, traditionellen
Schulgebäude lässt sich durch kleine
Raumveränderungen viel bewirken.“ Seine Themenvorschläge:
„Die Lerninsel – Sich zurückziehen
und neu beginnen“ und „Präsentationstraining im
Konzept der Legetechnik – Wissen auslegen (www.wissensreise.de). Und schon klingelt wieder das
Telefon! Fortsetzung folgt. Bis bald! |
