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Hauptschulen in Deutschland - Ein Auslaufmodell oder besser als ihr Ruf? Drucken

Monatlich präsentiert das Deutsche Jugendinstitut (DJI) ein Schwerpunktthema auf seiner Website. Im Juli 2007 stehen die Hauptschulen in Deutschland im Mittelpunkt. Das DJI begleitet seit 2004 in einer Längsschnittstudie SchülerInnen auf dem Weg von der Hauptschule in die Arbeitswelt. Nun werden die Zwischenergebnisse zusammengetragen. Und siehe da: Neben einigen erfüllten Erwartungen widersprechen die Ergebnisse auch gängigen Vorurteilen.

Die Inhalte der DJI-Studie:
1. Zahlen und Fakten: Die Hauptschule ein Auslaufmodell?
2. Die HauptschülerInnen: Null bock oder leistungsorientiert?
3. Der Unterricht: von Praktika bis Praxisklassen
4. Die Ganztagsschule: Chance für eine „neue“ Hauptschule?
5. Wie kann die Zukunft der Hauptschule aussehen?
Der komplette Text umfasst ca. 13 Seiten.

Außerdem lässt das DJI zwei Gastautoren zu Wort kommen:
Dr. Donate Kluxen-Pyta von Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände beantwortet die Frage "Was wünscht sich die Wirtschaft von den Hauptschulen?" ("Kompetenzorientierung" und "Berufsorientierung").
Und Birgit Berendes, ihres Zeichens Schulleiterin an der Möhnesee-Schule, die den Hauptschulpreis 2007 gewann, schreibt über "Die Rolle der Lehrenden an den Hauptschulen".

Komplettiert wird das Schwerpunktthema durch eine Literaturliste und zwei Interviews:
Prof. Klaus Klemm, Leiter der AG Bildungspolitik an der Universität Duisburg-Essen, zur Frage "Quo Vadis Hauptschule?",
Dr. Nora Gaupp und Birgit Reißig vom DJI zum methodischen Vorgehen der DJI-Studie.


Die zentralen Ergebnisse der DJI-Arbeit nimmt auch Thorsten Stegemann als Ausgangspunkt für seinen Essay "Streitfall Hauptschule" bei telepolis:

Einige Bundesländer haben sich bereits vom dreigliedrigen Schulsystem verabschiedet, andere glauben fest an seine Zukunft. Ist die Hauptschule ein Auslaufmodell oder doch besser als ihr Ruf?
In der aktuellen Diskussion um die Reformbedürftigkeit des deutschen Bildungssystems scheint die Hauptschule auf verlorenem Posten zu stehen. Ihre Absolventen haben kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weil vielen die Mindestvoraussetzungen für den Einstieg in die Leistungsgesellschaft fehlen. Eklatante Defizite in den Bereichen Sprachvermögen und Schreibkultur, Mathematik und Naturwissenschaften, Geschichtsbewusstsein oder soziale Kompetenz prädestinieren eine beunruhigende Mehrheit der Hauptschülerinnen und Hauptschüler, zu Keimzellen bildungsferner Familien zu werden, aus denen sie selbst stammen. Überdies sind viele Hauptschulen mittlerweile zu Brennpunkten geworden, an denen sich sämtliche Nachteile eines dreigliedrigen, auf vermeintlich intellektueller, in jedem Fall aber sozialer Auslese basierenden Schulsystems unmittelbar auswirken; hier brodeln die Krisenherde, an denen gesellschaftliche Konflikte eskalieren, Pädagogen an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit und Belastbarkeit geraten und junge Menschen achselzuckend in die Perspektivlosigkeit entlassen werden.
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