Ergebnisse der 1. Regionalkonferenz NRW am 24.-25.4.2010 Drucken

Das Barcamp auf der Regionalkonferenz im April 2010 hat gezeigt, dass das Format Früchte trägt. Lehrer und Lehrerinnen kamen zusammen und wurden zu Referenten. Durch das spontane Erstellen eines Session-Plans ergaben sich Gruppen, die verschiedene pädagogische Ansätze diskutierten.

Themen waren:

  • “Web 2.0 im Unterricht”
  • “Wie der Einsatz von digitalen Medien den Forscherdrang erhöhen und das selbstbestimmte Lernen fördern kann
  • “Lernen und wissenschaffen: Eine neue Wissenschaftstheorie"
  • "Lernbüros"
  • "Educaching - Projektlernen jenseits des Klassenraums"

Notizen zu der Session “Lernen und wissenschaffen: Eine neue Wissenschaftstheorie?”

Notizen zu der Session “Web 2.0 im Unterricht”

Fragestellung: Was ich am “traditionellen” Unterricht nicht gut finde:
fast alles!  Warum denn?

Was wir in Zukunft besser machen können:

  • mehr individuelle Förderung
  • Öffnung der Schule
  • Netzwerkbildung unter den Beteiligten
  • den SchülerInnen mehr Eigenverantwortung zutrauen
  • Stärken stärken, Schwächen schwächen
  • sinnvoller Computereinsatz.Wie ist es?
  • als Lehrer nicht so festgelegt sein auf schon bekannte Methoden
  • als Lehrer Spaß daran haben, Neues zu lernen
  • davon profitieren, dass Schüler in vielen Bereichen (z.B. Webnutzung) weiter sind und mehr wissen als der Lehrer

Notizen zu der Session “Wie der Einsatz von digitalen Medien den Forscherdrang erhöhen und das selbstbestimmte Lernen fördern kann”


Link zur Präsentation: prezi.com/kqpu2g6fdprq/regionalkonferenz/


Die zentralen 7 Thesen zum Einsatz von digitalen Medien in der Bildung:

  • Der Einsatz digitaler Medien verlangt einen Turn Around weg von der Frontalpaedagogik
  • Medienkompetenz heisst die digitalen Medien gestaltend und kooperativ nutzen zu koennen
  • Nicht die Anhaeufungvon Wissen, sondern der Prozess seiner Konstruktion ist entscheidend
  • Wissen vermehrt sich bei der Nutzung, aber nur wenn es lizenzoffen zur Verfügung gestellt wird
  • Lernen braucht Alltagsrelevanz.
  • Lernen heisst forschen und entdecken am Einzelfall, Reflexion und dann Induktion
  • Lernen geschieht alleine, die Konstruktion von Wissen ist immer Teil eines sozialen Prozesses

Empfehlenswerte EdubloggerInnen:

Lisa Rosa shiftingschool.wordpress.com/

Felix Schaumburg www.bluemac.de/blog/

Guido Brombach www.dotcomblog.de

Jöran Muuß-Mehrholz www.joeran.de

Jean-Pol Martin jeanpol.wordpress.com

Herr Rau www.herr-rau.de/wordpress

Scheppler www.lernwolke.de

Kreide fressen wordpress.blokey.de

 

Notizen zu der Session “Lernen und wissenschaffen: Eine neue Wissenschaftstheorie?”


Es gibt unterschiedliche Kategorien von Wissen. Deshalb funktioniert die Wissensüberprüfung auch nicht. Mathematik, Wirklichkeit, Recht und Kunst/Kultur haben alle ihre eigenen Kategorien. Wissensüberprüfung funktioniert in allen Ebenen (Mathematik, Wirklichkeit, etc.) anders. Wenn das Kriterium der Überprüfbarkeit die Widerspruchsfreiheit ist, komme ich zu ganz anderen Ergebnissen, als wenn man auf richtig oder falsch überprüft. Die Frage dahinter müßte eigentlich lauten: “Warum will ich mich mit etwas beschäftigen?“ (Twitterzitat) Wissenschaffen muss eine Funktion haben und die muss mit der Funktion des Handelns übereinstimmen (Twitterzitat).
Wenn jeder Schüler ein anderes Warum hat, dann braucht jeder Schüler auch eine individualisierte Beratung.
Diskussion: Brauche ich die Metaebene um Wissen zu schaffen? Wenn  jede Auseinandersetzung erklärbar ist, können Standpunkte nicht mehr verhandelt werden. Emotionen sind die Grundlage für solche Auseinandersetzungen. Emotionen sind dann im Spiel, wenn ich versuche meine Meinung durchzusetzen. Missverständnisse sind auch sprachwissenschaftlich begründet. Wir akzeptieren daruf basierende Missverständnisse sofort, wenn wir mit Menschen aus anderen Kulturen diskutieren, aber selbst wenn wir aus derselben Kultur stammen, benutzen wir Begriffe vollkommen anders.

Notizen zu der Session  “Lernbüros”


Feststellung: Einige Schüler, oft ganze Gruppen sind vom "Unterricht" abgehängt.

Ideen von der Bodenseeschule und MBS in Hamburg. Beide Lehrende kamen zurück mit dem Spruch: "Ich hab ne tolle neue Idee: Lernbüros"

Ziel: Individuell die Schüler erreichen

"Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber die kann, wenn ich will, dann mach ich auch nicht, wenn ich muss.
Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll..."

Lernbüro Leitsatz: "Was macht ihr hier eigentlich?" - "Wir sollen machen was wir wollen!"

Lernbüro Aufbau:
Curriculum wird versucht zu verwursten. Grober Rahmen, was gemacht werden soll.
Aber nicht jeder Schüler macht zur gleichen Zeit das gleiche und in der gleichen Geschwindigkeit.

Jeder Morgen beginnt mit zwei Stunden "Lernbüro".

Erster Schritt am Morgen: Lernbüro Zeit Planen (Logbuch mit integr. Wochenplan).

Alles Material für die Klassen 5-9 steht komplett zur Verfügung.

Im Kompetenzraster können die Schülerinnen und Schüler sehen, welche Kompetenzen (in Schülerformulierungen!!) nach Fachgebieten geordnet, erarbeitet werden können. Bsp.: Ich beherrsche alle Grundrechenarten.
Dazu gibt es eine Checkliste und die entsprechenden Arbeitsblätter (im Idealfall nur einmal kopiert, da jeder individuell arbeitet...)

Nicht alle Schüler müssen alle Arbeitsblätter machen. Es geht darum, die Kompetenzen erreicht zu haben. Die Materialien werden auf verschiedenen Niveaus angeboten / erstelle. Von "ganz einfach" bis "hochbegabt". In der Mitte gibt es ein Niveau, das jeder Schüler mind. schaffen muss.

Gute Schüler sollen durchaus dazu beraten werden, die "einfacheren" Niveaus zu überspringen. Jeder von beiden kann sich die Zeit nehmen, die die Schüler brauchen.

Schüler erhalten sehr schnell die Selbsteinschätzungskompetenz, um passend zu arbeiten.

Ampelkärtchen für "Disziplinierung": Es muss so ruhig sein, dass jede/r still arbeiten kann. Jeder Schüler hat eine Ampel auf dem Tisch stehen, grün oder rot. Gilt für Lehrende wie für Mitschüler/innen. Rot=störe mich nicht beim lernen.

Schüler dürfen auch auf den Fluren arbeiten.

Klammerliste für "Sprechstunde". Schüler melden sich an, wenn sie eine Frage haben. Staus vermeiden und Selbstlösung unterstützen.

"Durch individuelle Fragestellungen lerne ich die Schülerinnen ganz neu kennen".

Zusätzlich zu den Checklisten gibt es Trainingsmöglichkeiten, die durch haptisches Material und Spiele die Inhalte zu erarbeiten. Angebote, keine Pflicht. So ist abstraktes und auch ganz konkretes Arbeiten möglich.

Einzel und Partnerarbeit sind möglich.

Am Ende einer Checkliste entscheiden die Kinder selber, wann sie einen Test schreiben. Der Test ist schon im Ordner vorhanden und könnte vorher bearbeitet werden. Der Test ist als Selbstkontrolle und nicht für den Lehrer.
Lehrer kontrolliert, aber es gibt keine Note und kein "durchgefallen".
Nach dem (freiwilligen) Test und dem Abschluss einer Checkliste gibt es einen grünen Punkt auf dem Kompetenzraster.

Ideen für "Regelschule":
Einen freiwilligen und selbstständigen Test kann man einer bewertenden Klassenarbeit vorschalten.

Erkenntnis: Lernen lernen dauert am Anfang laaangsam. Schüler lernen erst das Lernen, sich selber zu organisieren. Erst danach geht es ab. Das holt man aber schnell auf und mit zusätzlichem Kompetenzgewinn.

Schüler haben alle ein Heft und den Checklisten in einem extra Ringbuch. Letzteres ist eine Art Logbuch, in dem Kommentare vom Lehrer aufgeschrieben werden können.
Feedbacks mit Smileys über das Arbeitsverhalten.

Arbeitsaufträge werden mit Icons markiert. Merksätze abschreiben und auswendig lernen. Brille = genau lesen. Stift = Aufgaben schrift= lich im Heft lösen.

Klassenarbeiten sind zur Zeit noch in den Richtlinien drin - müssen daher geschrieben werden. Sie sind aber eigentlich inkompatibel zu dem Prinzip Lernbüro. Die Schüler sind alle an unterschiedlichen Stellen.
Idee: Klassenarbeiten als "Expertenqualifikation". Jede/r Schüler/in schreibt in einem Jahr in drei Bereichen eine Arbeit, um sich besonders zu qualifizieren.

Um neue Materialien zu erstellen braucht es Zeit - aber vor allen Dingen Kooperation unter den Lehrenden. Man muss eng zusammen arbeiten und sich gegenseitig beraten, korrigieren und gemeinsam an den Zielen arbeiten. Das geht auch in der Regelschule (Kursinterne-Differenzierung an der Gesamtschule Barmen).

Fünf Minuten vor Ende läutet der Gong. Schüler schauen, ob sie ihre selbst gesteckten Ziele erreicht haben. Auch Selbsteinschätzung bezogen auf die Leistungsfähigkeit (auf einer Skala von sehr gut bis nicht gut).

"Fehlt bei Lernbüros nicht die Interaktion und Kommunikation zwischen SuS und auch zwischen SuL? Der Aspekt kommt mir etwas zu kurz."
Stimmt, es gibt auch SuS, die brauchen "das Wort" um Abstraktes in Handlungen umzusetzen. Dann wird auf Mitschüler verwiesen. Ggf. wird auch einfach mal ein Schüler zu einer Aufgabe "geleitet".

Lernbüros in Mathe und Deutsch.

Andere Fächer laufen als Epochenunterricht im Nachmittag. Drei Tage die Woche zwei Wochen lang en bloc.

 

Notizen zu der Session "Educaching - Projektlernen jenseits des Klassenraums”


Der Link zur Präsentation: http://prezi.com/rs3odf_h56hk/educaching_rp10/rrprp10
Von unten nach oben gelesen, kann man hier (http://www.dotcomblog.de/?s=geocaching ) nachlesen, wie die Idee Educaching entstanden ist.
Es wird noch einen längeren Text zu educaching geben, der in den nächsten Tagen auf http://dotcomblog.de herunterzuladen ist
Link zur Datenbank für eigene Caches: Um die Koordinaten sehen zu können muss man sich allerdings einloggen: http://geocaching.com 

 

ADZ - BarCamp in Köln

Etherpad: http://www.etherpad.com/adznrw
Gesichertes Etherpad (23.04.2010 - falls Etherpad nicht verfügbar ist): http://www.bit.ly/adznrw




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