Einladung zur Strategiekonferenz nach Wolfsburg Drucken

Newsletter vom 05. Februar 2011

Liebe Mitglieder und Freunde des Netzwerks Archiv der Zukunft,

dieser Newsletter sollte eigentlich damit beginnen, dass  die Finanzierung für den Kongress vom 14. bis 16. Oktober in Bregenz gesichert ist. Dafür ist es noch zu früh, aber es gibt eine andere gute Nachricht.

Vor ein paar Tagen wurde mit Johan Simons, dem neuen Intendanten der Münchner Kammerspiele, sowie mit Rainer Schweppe, dem neuen Schulreferenten der Stadt, verabredet, unser in Freiburg und Zürich begonnenes Projekt „Theater träumt Schule“ in München weiter zu führen. Es soll in allen Räumen der Kammerspiele, auch in Werkstätten und Probebühnen, am Wochenende 12. /13. oder  18./19. November stattfinden (die alternativen Termine um viele der gewünschten Mitwirkenden zu gewinnen.). Es soll „München träumt Schule“ heißen.

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Ebenfalls in diesem Jahr soll auch in Hamburg auf Kampnagel (ein Theater in ehemaligen Fabrikhallen) „Hamburg träumt Schule“ starten. Das wurde mit der Kampnagelintendantin Amelie Deuflhard verabredet. Auch das Freiburger Theater will den Faden wieder aufnehmen.

Wie wäre es, wenn in vielen Theatern in Kooperation mit dem adz die Schule geträumt und neu gedacht wird und wenn dort ungewöhnliche Bündnisse initiiert werden? Demnächst mehr zu diesen Vorhaben.
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Zum Wichtigsten dieses Newsletters, unserem Netzwerk.

Die unfassbaren Geschichten um die Odenwaldschule und auch das Schweigen von Hartmut von Hentig haben viele verstört und manch einen gelähmt. (Das gilt auch für mich, RK). Aber nach dieser Krise ist nun noch klarer geworden, wie nötig es ist sich von Priesterideologien zu verabschieden und die Intelligenz der Praxis zu stärken.  Manche Idealisierung hat zum Wegsehen verleitet.

Die Emanzipation der Intelligenz der Praxis war ja von Anfang an der Sinn des Netzwerks. Aber sie ist auch in unserem Netzwerk noch mehr Idee als schon Praxis. Der Prozess der inneren Vernetzung blieb überwiegend informell, von der Arbeit einiger Regionalgruppen abgesehen. Nun wird es Zeit diesen Prozess voran zu treiben.  Damit soll die Strategiekonferenz am 12. März in Wolfsburg beginnen.

Das adz ist 2007 gegründet worden, um gute Schulen und andere Bildungseinrichtungen aus dem Schatten heraus treten zu lassen. Es sollte gezeigt werden, dass viel mehr möglich ist als viele denken, ja dass auch schon viel mehr stattfindet, häufig allerdings vereinzelt. Die Idee des Gelingens trat ins Zentrum. Ein Paradigmenwechsel. Institutionen können ebenso wie individuelle Biographien nur auf ihre je eigene Weise gelingen. Sie sind Geschichten und wie alle Lernprozesse einzig. Dafür brauchen sie eine freundliche und herausfordernde Umgebung, müssen allerdings auf ihre Selbstentmachtung durch die Fixierung auf „Rahmenbedingungen“ verzichten.

Bilder des Gelingens zu verbreiten und der Geringschätzung der Praxis durch ein angeblich höher gestelltes, würdigeres Wissen zu trotzen, also selbst zu lernen, war der erste Schritt. Die nächste Stufe war die Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen, denn im Netz kann vieles entstehen, was Einzelne nicht zustande bringen.

 

Damit sind wir noch am Anfang. Auf den Kongressen wurden Kontakte geknüpft. Viele haben davon berichtet, wie sie ermutigt oder sogar begeistert nach Hause gefahren sind. Aber bisher ist es uns nicht gelungen dem Netzwerk innere Strukturen zu geben, die Anflüge von Begeisterung in einen Arbeitszusammenhang zu führen. Es ist vielleicht ein bisschen wie beim Übergang vom Verliebtsein in Liebe.

Die Arbeit an der inneren Vernetzung und die Formung eines Organisationskörpers soll mit offenem Ausgang geführt werden. (Es kann ja auch nicht ausgeschlossen werden, dass dafür Kraft und Atem fehlen.)

Hier der Vorschlag für die Strategiekonferenz am 12. März in Wolfburg. Der Ort bietet sich an, weil er geografisch günstig liegt. Die „Neue Schule “ ist Treffpunkt für die Wolfsburger Regionalgruppe.  Sie „gehört dazu“.

Im Zentrum sollte die innere Vernetzung nach Arbeits- bzw Themenbereichen  (Subnetzwerke) und die Strukturierung des Organisationskorpus stehen. Ziele sind die Handlungsfähigkeit nach außen sowie der Austausch und die Bewusstseinsbildung nach innen. Es geht zunächst um unser Selbstbild.

Der Tag soll sich in drei Sequenzen gliedern.

I. Im Plenum.  Das adz. Geschichte und Ausblick, innere Vernetzung und Organisation. Rückblick auf die Geschichte, Diskussion der derzeitigen Situation und: Wie sollte das Netzwerk in fünf und in zehn Jahren aussehen? Was sollte sich jetzt organisatorisch ändern? Aufgaben für Arbeitsgruppen.

Die innere Vernetzung durch Arbeitsbereiche und Subnetzwerke.
Aufgaben für Arbeitsgruppen.

Vor allem für den Ausblick wäre es gut, wenn zuvor Ideen, „Visionen“, und möglichst  konkrete Skizzen formuliert werden, ums sie an die Teilnehmer zu verschicken und auf der Homepage zu veröffentlichen.

II. In Arbeitsgruppen.  

Die Arbeitsgruppen sollten
(A) sich mit der Organisationsstruktur und den sich daraus eventuell ergebenden Fragen von Satzungsänderungen des adz befassen und
(B) an Themenbereichen für die innere Vernetzung arbeiten.

Bei den Fragen der Organisation und Struktur wird sich eine Ausdifferenzierung von möglicherweise mehreren AGs endgültig erst im Plenum ergeben.
Für die Themenbereiche zur inneren Vernetzung machen wir hier Vorschläge. Möglich, dass bei der Konferenz nicht zu allen Themen schon Arbeitsgruppen zustande kommen. Weitere Vorschläge sind willkommen. Das Raster des Netzes wird wachsen und erst durch die tatsächliche Arbeit definiert.

Bei der Anmeldung zur Strategiekonferenz sollte möglichst eine erste und zweite Option für die Teilnahme an eine Arbeitsgruppe genannt werden. Aber es geht ja nicht nur um die Verteilung auf Gruppen an diesem Tag, sondern um den Anfang möglichst kontinuierlicher Arbeit.

Neue Arbeitsgruppenvorschläge werden auf der Homepage veröffentlicht.

Die vorgeschlagen Themenbereiche / Arbeitsgruppen:

A.  Organisation des Netzwerks Büro: Homepage, Archiv, Datenbank, Geschäftsführung, Satzung, Mitgliederwerbung, Finanzierung

B. Die innere Vernetzung: Themenbereiche und Subnetzwerke

1.  Innere Kultivierung der Schule: Tagesablauf; Lernen im Lernbüro, Freiarbeit o.ä.; Rückmeldungen, Lernlandkarten u.a. Alternativen zu Noten; Individualisierung des Lernens

2. Gründer und Umgründer von Schulen: Sammeln von Erfahrungen, Ermöglichen von Kontakten, Austausch der Akteure, Ansprechpartner für Novizen; Galerie der gelungenen Schulen  

3. Die Kinderschule: Kindergärten und Schulen kommen sich näher, z.B. die Primaria oder auch Bildungshäuser von 3 bis 10; was bedeutet es, die Schulen und Kitas vom Kind her zu denken?

4. Die Jugendschule: Wie antwortet die Schule auf die Pubertät und auf Jugendliche; Orte außerhalb der Schule; was bedeutet es die Schule von Jugendlichen her zu denken?  

5. Lernen II: Theater und andere Künste; Künstler und andere Dritte in der Schule; was bewirken Botschafter aus der tätigen Welt?

6. Musik bildet: Dieses Subnetzwerk ist ausgehend vom Musikkindergarten Berlin bereits im Aufbau

7. Dritter Pädagoge - Räume und Architektur: Schulbau und Umbau; Gestaltung der Räume; Choreografien des Lernens

8. Krummes Holz: Schul- und Lerngeschichten:  „Der Mensch ist ein krummes Holz“ schrieb Kant; Umwege sind normal; von ihnen kann nur erzählt werden, möglichst genau; Geschichten müssen gesammelt werden

9. Schule 2.0: Welche Möglichkeiten bieten Computer und Internet als Werkzeuge und Medien eines Lernens, das sich als Problemlösen versteht?

III. Schlussplenum. Im Zentrum stehen Organisation und Struktur des Netzwerks. Eine Vorlage zur Entscheidung für eine bald stattfindende Mitgliederversammlung sollte  an diesem Tag entstehen.
Eine Übersicht zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen (B) wird wohl nur knapp sein können  und sich auf erste Schritte zur „inneren Vernetzung“ beschränken. Die entscheidende Frage wird sein: Wer übernimmt Verantwortung?

Die Strategiekonferenz soll am Samstag den 12. März um 10 Uhr in der „Neuen Schule“ beginnen. (Heinrich-Heine-Straße 36, 38440 Wolfsburg)

Termin in den ics Kalender eintragen (Outlook) / Google Kalender

Für das Plenum werden wir – je nach Zahl der Teilnehmer – eventuell in einen größeren Raum in unmittelbarer Nähe der Schule ausweichen.  Um 17 Uhr soll die Konferenz beendet sein.  Bei der Suche nach preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten ist die Geschäftsstelle behilflich. Melden Sie sich einfach per E-Mail unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können Für Mittagessen wird gesorgt.

Zur Anmeldung ist auf der Homepage ein Formular eingerichtet. Bitte nicht wundern. Es stammt aus einer freien Veranstaltungssoftware. Das Wort „Ticket“ sollte nicht irritieren. Bitte eine erste und eventuell zweite Option für eine Arbeitsgruppe nennen. Bitte Stichworte zur Beziehung zum Themenfeld und zum möglichen Engagement. Anmeldung bitte bis spätestens Ende Februar.

Ein Forum zur Vorbereitung der Konferenz ist auf der Homepage unter http://www.adz-netzwerk.de/Strategiekonferenz-Wolfsburg.php angelegt.

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Kahl und Ulrike Kegler



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