Über den Film "Kinder" von Reinhard KahlDer Film "Kinder" hatte am 1.10.2007 in Berlin Premiere. Eine Kurzrezension von Salman Ansari. Die Bilder des Films sind so überwältigend, dass man zunächst ihrem Zauber vollkommen erliegt.
Dass sie dennoch weiter in uns denken und wirken und das Sehen mit dem Prozess des Verstehens verbinden, wird durch die begleitenden Kommentare wunderbar erreicht und aufrechterhalten, denn die verbalisierende Verknüpfung der Bilder macht sichtbar, dass es sich hierbei nicht alleine um eine visuelle Dokumentation von Wirklichkeiten handelt. Es ist vielmehr eine konsequente Fortentwicklung eines Diskurses, wo Bild und Wort zusammenfallen, ja einander bedingen. Diese inspirierende Korrespondenz befreit die Bilder aus der Totalität und führt sie wie beiläufig zu einem Prozess des Sehens und Erkennens, der Faszination und Kognition. Man könnte sagen, dass das Implizite der Bilder erst durch Reinhard Kahls Übersetzungen explizit wird. Was sehen und verstehen wir? Wir sehen die Einfachheit der Zusammenhänge: Lernen ist ein organischer Prozess, der seine eigenen Gesetzmäßigkeiten hat. Er ist allerdings wehrlos gegen Eingriffe von Außen und braucht ein bestimmtes Klima, um sich unverletzt fortzuentwickeln. Wir sehen, dass wir, also Eltern, Lehrer, Familie, Nachbarn, Freunde und Verwandte, Staat und seine Institutionen alleine über die klimatischen Bedingungen verfügen und somit Veränderungen bewirken können. Wir erkennen, dass in der deutschen Sprache Wirklichkeit und Realität unterschieden werden, und wie fatalistisch es ist, die Disziplinlosigkeit, Chaos, Frust usw. an den deutschen Schulen als Realität zu kategorisieren. Sehend begreifen wir, wie einfach es ist, ein störungsfreies Klima zu verwirklichen. Wir erkennen, dass der „Höhepunkt in der Erziehung die Erlangung der Bekanntschaft mit der Welt“(Arthur Schopenhauer) sein muss. Vor diesem Hintergrund fallen uns viele Wetterprognosen ein, die die Vielfalt des Lernens herausfordern. Wir hören die Botschaft: Kommt alle her, schaut Euch an, wie einfach doch alles ist. Kommt her, macht mit und erzählt uns die Geschichten vom Gelingen. |