| Bildungskongress mit 1.400 Teilnehmern rund um den Bodensee |
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Zum Kongress „Treibhäuser & Co“ kamen am verlängerten Wochenende
vom 2. bis 5. Oktober 1400 Teilnehmer. Neben Pädagogen auch Künstler,
Wissenschaftler und Unternehmer. Die Bildungsreformer und
„Lernaufwiegler“ debattieren in mehr als 150 Veranstaltungen wie
Bildung gelingen kann. Wenn auch häufig noch bei Pädagogen ein
Jammerton herrscht, so will das Netzwerk „Archiv der Zukunft“, das den
Kongress veranstaltet hat, „Geschichten vom Gelingen“ wie eine
„ansteckende Gesundheit“ verbreiten.
Das Netzwerk bildet sich in der Folge der Filmdokumentation „
Treibhäuser der Zukunft – Wie Schulen in Deutschland gelingen“ des
Hamburger Journalisten Reinhard Kahl. Die DVD wurde bereits 60.000 Mal
verkauft.
Inzwischen gehören mehr als 1100 Personen, Schulen und andere
Institutionen zum Netzwerk. Sie wollen dass Lernen eine „Vorfreude der
Kinder auf sich selbst“ wird. Schulen und andere Bildungseinrichtungen
sollten souverän sein und wie Individuen „eine Biographie haben.“
Zu den über 200 Referenten, Moderatoren und anderen Experten gehörte
Hartmut von Hentig, der Nestor der deutschen Reformpädagogen ebenso wie
die Unternehmerin und Milliardärin Bettina Würth, die im
Baden-Württembergschen Künzelsau gerade mit mehr als 40 Millionen Euro
eine freie Schule gegründet hat. Dabei waren auch Deutschlands
berühmteste Reformpädagogin Enja Riegel, der Bildungsökonom und frühe
Chef für Bildung und Ausbildung bei VW, Professor Peter Meyer-Dohm und
der aus dem Film „Rhythm Is It“ bekannte englische Choreograf Royston
Maldoom. Inmitten dieses bunten und überaus fröhlichen Kongresses an 12
Orten rund um den Bodensee, der sein „Basislager“ im Festspielhaus
Bregenz hatte, diskutiert auch die Hamburger Bürgermeisterin und
Schulsenatorin Christa Goetsch. Sie bekam viel Beifall für ihre
Ankündigung, in Hamburg die Lehrer, Eltern und auch die Schüler an der
Erneuerung der Schulen zu beteiligen.
Remo Largo, Professor für Kinderheilkunde in Zürich, referierte
Ergebnisse der bisher größten europäischen Langzeitstudie über die
Entwicklung von Kindern. Er zeigte, dass jedes Kind anders ist und
anders lernt. Er verlangt Gemeinschaftsschulen, in denen Kinder
gemeinsam und zugleich auf unterschiedliche Art lernen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan lobte den Kongress und das Netzwerk, weil seine Mitglieder „nicht auf Reformen warten, sondern diese auf den Weg gebracht haben.“ Auf dem bildungspolitischen Kongress der CDU hob sie „die Bewegung um Reinhard Kahl und das Archiv der Zukunft" hervor weil sie „die Realität gelingenden Schullebens eindrucksvoll dokumentiert und Modelle schaffen, die auch für andere interessant sein können. So helfen sie, die Bildungsrepublik weiterzuentwickeln.“ |

Drei Wochen bevor die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten hoch auf den Bildungsgipfel steigt, traf sich die „Intelligenz der pädagogischen Praxis“ am Bodensee.