Berufsausbildung als biographischer Prozess Drucken

Umbau der Ausbildung in einem Konzern

Ausbildung galt lange Zeit als der Ort an dem brav nachgemacht wurde, was der Ausbilder vorgab. Das alte Lernen hieß: erklären, vormachen, nachmachen und üben, üben, üben… möglichst noch an Teilen, die hinterher in die Tonne geworfen wurden.

Was damit veranlagt wird, ist nach-denken, statt selbst denken, Folgsamkeit statt Initiative, und die Illusion vom einen richtigen Weg statt der kontextabhängigen, situativ angemessenen Lösung.

Was aber in den Menschen veranlagt ist und was wir auch in unserer Gesellschaft brauchen, ist Neugierde, ist  der Wunsch und die Verantwortung, das was man tut gut zu machen,  sich als Person zu entwickeln (Autonomie) und im Sozialen handlungsfähig zu werden.

Methoden und Lernsituationen 

Die Deutsche Telekom AG hat sich in der Ausbildung konsequent dazu entschlossen, Auszubildende in ihrer individuellen berufsbiografischen Entwicklung so zu unterstützen, dass sie in ihrer Ausbildung selbständig urteilsfähig, handlungsfähig und gestaltungsfähig werden. Das Lernfeld, das sie ihnen anbietet,  sind die Arbeitsprozesse in denen berufliche und persönliche Kompetenz erworben werden kann. Wie? Indem die Ausbilder sich konsequent verstehen als Begleiter der Lernprozesse jedes einzelnen Auszubildenden, den sie drei Jahre lang in seiner Entwicklung und bei seinem Lernweg unterstützen. Sie helfen den Auszubildenden dabei, sich selbst besser zu verstehen, sich selber zu orientieren, selber zu denken und selbständige berufliche und soziale Handlungsstrategien für unterschiedlichste Situationen zu erproben und zu reflektieren. Sie setzten darauf, dass der Lernende (Arbeits-)Situationen selber ausprobiert, deren Systematik und Logik erfährt, erkennt, versteht. Fehler sind kein Makel, sondern ein Symptom, dass es etwas zu lernen gibt und dass die vorhandenen Fähigkeiten noch nicht ausreichen.

Jeder Ausbilder bei der Deutschen Telekom wird dafür systematisch zum Lernprozessbegleiter weitergebildet. Auch dies nach demselben Prinzip: entdeckend und erfahrungsgeleitet in der Arbeit als Ausbilder. Sie werden es nicht glauben, aber es ist wahr, jeder Ausbilder hat deshalb auch einen persönlichen Lerncoach, der ihn in diesem Prozess begleitet und ihn in seiner Entwicklung ebenfalls unterstützt. Auch hier orientiert an den individuellen Kompetenzen und der persönlichen Biografie als Ausgangspunkt für den Lernprozess, sich neben der fachlichen Qualifikation eine erwachsenen-pädagogische (andragogische) Fachmannschaft als Lernprozessbegleiter zu erwerben.

In diesem Beitrag wird das Thema kurz berufspädagogisch begründet und es kommen dann hauptsächlich Auszubildende und Ausbilder zu Wort, die über ihre Erfahrungen mit dem eigenen Lernprozess und der eigenen Entwicklung berichten werden!




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