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Arenen-Kompass D: Rhythmen, Rituale, Regeln Drucken

Woran erkennt man eine gute Schule? An Fächerprofilen? An den Schülerleistungen? An der Lehrerzufriedenheit? Auch. Aber übergreifend ist die Atmosphäre. So schnell man sie spürt, denn sie färbt alles, so schwer lässt sie sich definieren. Die R-Wörter helfen: Rhythmen, Regeln und Rituale – auch Reviere und manchmal auch Rock`n`Roll.

Kleine Elemente haben häufig große Wirkungen. Etwa ein kleiner runder Teppich in der Mitte des Raumes. Das kommt aus der Tradition der Montessori-Schulen und wurde inzwischen vielerorts übernommen. Darauf stehen wichtige Objekte aus aktuellen Unterrichtsvorhaben. Ein Zirkel oder ein Globus, ein Dinosaurier oder das Modell des menschlichen Herzens. Manchmal ist es auch ein solitärer Stein. Diese Mitte verändert den ganzen Klassenraum. Sie verändert die Bewegungen der Kinder und den Fluss der Aufmerksamkeit.

Oder der Tagesanfang mit einem Morgenkreis oder ein Lehrer, der morgens als erster da ist, wie ein Gastgeber und die Kinder per Handschlag begrüßt, es gibt viele Beispiele. Je genauer sie geschildert werden, umso besser. Eines wird dabei allerdings schnell klar. Alles hängt davon ab, w i e etwas gemacht wird. Ein Erlass, Lehrer hätten die Schüler ab sofort mit Handschlag zu begrüßen, wäre eine schreckliche Vorstellung. Wie und ob solche Gesten und Rituale eine Schule beseelen, kann nicht verfügt werden. Erstarrte Rituale bieten abschreckende Beispiele. Nur eines allerdings ist noch schlechter als erstarrte Rituale: gar keine, der Verzicht auf Form, das Schrumpfen der Schule zum Förderband zwecks Stoffvermittlung. Die Klärung, was vital und beseelt ist, und was schon abstirbt, weil es zu lange nicht mehr erneuert worden ist, verlangt jene ganz besondere Genauigkeit und Achtsamkeit, die auch der Kern guter Schulen ausmacht.



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